zur Navigation springen

Pflanzaktion in Eggebek : Die Kuhschelle kehrt zurück

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Elftklässler des Bernstorff-Gymnasiums in Satrup haben 2000 der selten gewordenen Wiesenblumen im Bereich Tydal eingepflanzt – „eine Fummelarbeit“, wie die Schüler erzählten.

„Was für den einen sien Uhl ist für den anderen sien Nachtigall”, so lautet ein Sprichwort, wenn es darum geht, dass die äußeren Umstände dem einen nützen, für den anderen aber eher unangenehm sind. Genau so erging es den Kuhschellenpflanzen und den Schülern des Satruper Bernstorff-Gymnasiums. Bei einer großen Pflanzaktion wurden 2000 gezogene Kuhschellen bei strömendem Regen in vier Räumen im Bereich Tydal eingesetzt.

„Kein Schüler hat angerufen, um zu erfragen, ob diese Aktion bei diesem Wetter überhaupt stattfindet. Alle sind gekommen“, sagte das Organisationsteam des Gymnasiums mit Teresa von Bogen, Christel Jeromin und Jürgen Cordes erfreut. Mit Schaufel und Sparten ausgerüstet warteten die 66 Jugendlichen aus drei Geografieklassen auf den Einsatz, zumal Jürgen Cordes angekündigt hatte, um neun Uhr würde es aufhören zu regnen.

Detlef Finke von der Artenagentur für Schleswig-Holstein aus Kiel zeigte zunächst einmal die Pflanztechnik. Mit einem kleinen Spaten wurde ein passendes Loch gegraben, in das die etwa zehn Zentimeter großen Pflanzen eingesetzt werden sollten. Vorher mussten die in einem Gärtnerbetrieb vermehrten Setzlinge mit Werkzeug aus dem Anwachsbehälter geholt werden – „eine Fummelarbeit“, wie die Schüler erzählten.

„Etwa 20 Prozent der eingesetzten Kuhschellen werden anwachsen“, erklärte Detlef Finke. „Sensibelchen“ seien diese, die auf magerem Boden mit nur geringem Nährstoff gedeihen. Bei Düngung würden sie von größeren Pflanzen verdrängt. Die sandige Geest und das ehemalige Tanklager der Bundeswehr seien guter Nährboden. Drei weitere Flächen in der Umgebung, beispielsweise am Treeneufer, seien ebenso gut geeignet. Insgesamt werde im Laufe des Jahres an 60 Standorten gepflanzt, was am Ende auch deutlich zeige, wo sie gedeihen.

Organisiert und letztlich auch finanziert wird die Aktion vom „Förderverein Mittlere Treene“, für die Greta Lassen die Grüße und den Dank überbrachte. Dieser Verein wurde 2004 zur Wirtschafts- und Regionalförderung gegründet. Das ehemalige Tanklager und auch das ehemalige Munitionsdepot, heute die „Arche“, seien mithilfe von Fördergeldern der EU, des Bundes und von Land und Kreis jetzt zur sogenannten Natur-Oasen geworden. 150 Mitglieder hat der Verein.

„Was ihr jetzt mit dieser Pflanzaktion macht, verbessert auch das Ökokonto der Gemeinde Eggebek“, erklärt die ehemalige Bürgermeisterin und Amtsvorsteherin begeistert.

Wie mühsam der Erhalt von bedrohten Arten ist, zeigt die Geschichte der Küchen- oder Kuhschelle. 1997 gab es an deren Heimatstandort am nahen Angelboweg noch ganze vier Exemplare, der Rest war durch Besiedlung oder Düngung der Flächen verschwunden. Professor Dr. Uphoff kümmerte sich um diese schöne violett blühende Pflanze und nahm eigenhändig Samen ab. Dass jetzt 1500 Pflanzen vermehrt wurden, ist ein Zeichen dafür, dass wenn es einen Willen gibt, auch ein Weg gefunden wird.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 03.Sep.2013 | 07:45 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen