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Schleswiger Nachrichten

23. Oktober 2017 | 17:36 Uhr

Plant-for-the-Planet : Die kleinen Klima-Retter

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der elfjährige Tobias Weißer aus Stexwig will so viele Bäume wie möglich pflanzen – und damit die Kinderorganisation Plant-for-the-Planet unterstützen. Mit seinem kleinen Bruder Tommy sammelt er fleißig Spenden und klärt Erwachsene über seine Ideen auf.

von
erstellt am 06.Feb.2014 | 15:00 Uhr

Alles begann mit einem Schulreferat über die Klimakrise: Der damals neunjährige Felix Finkbeiner hielt es vor seiner Klasse. Es handelte unter anderem von der Kenianerin Wangari Maathai, die mit einer Aufforstungskampagne in Afrika 30 Millionen Bäume pflanzte. Wenn man ihrem Vorbild folgte, so der Junge, und Kinder in jedem Land der Erde eine Million Bäume pflanzten, dann wäre das doch ein großer Beitrag gegen den Klimawandel. Der kleine Felix überzeugte von dieser Idee nicht nur Mitschüler, sondern inspirierte inzwischen immer mehr Kinder zum Mitmachen. Ein Kinder-Netzwerk entstand, daraus die Schülerinitiative Plant-for-the-Planet, bei der inzwischen schon 100 000 Kinder auf der ganzen Welt mitmachen – als Klimabotschafter.

Einer von ihnen ist der elfjährige Tobias Weißer aus Stexwig. Er ist Feuer und Flamme für die Idee, mit dem Pflanzen von Bäumen dem CO2-Ausstoß etwas entgegenzusetzen. Erfahren hat er von Plant-for-the-Planet in der Schule. Dann hat er eine so genannte Akademie in Borgstedt (Rendsburg-Eckernförde) besucht, eine privat organisierte Veranstaltung, auf der die Ideen der Kinderorganisation erläutert werden und über die Klimakrise und Verteilungsgerechtigkeit gesprochen wird. Kinder geben ihr Wissen an Kinder weiter und bilden sich so gegenseitig zu „Botschaftern für Klimagerechtigkeit“ aus.

Auch Tobias sucht nun Gleichgesinnte, Kinder und Jugendliche, die wie er etwas für die Umwelt tun wollen. Die Plant-for-the-Planet-Kids organisieren sich in Clubs, um ihre Aktionen zu planen und mit anderen Kindern in Deutschland, aber auch in der ganzen Welt in Kontakt zu treten. Ein solcher Club ist das Ziel von Tobias, der in seinem kleinen Bruder Tommy (7) einen ersten begeisterten Mitstreiter fand. „Zehn bis zwölf Mitglieder – das wäre schon ein toller Anfang“, sagt Tobias. „Dann könnten wir schon echt was bewegen.“

Die ersten Schritte mussten Tobias und Tommy allerdings allein gehen. Mit Unterstützung ihrer Eltern gingen sie im Dorf Spenden sammeln. Darauf hatte sich Tobias intensiv vorbereitet. Die inzwischen von den Kindern gegründete Plant-for-the-Planet-Stiftung (Schirmherren: Ex-Umweltminister Klaus Töpfer und Fürst Albert von Monaco) stellt viel Informationsmaterial bereit, das so geschrieben ist, dass Kinder es auch verstehen. Und wenn Tobias aus seinen reich bebilderten Büchern über Wangari Maathai und den Klimawandel vorliest, spitzt Tommy die Ohren und saugt die Informationen in sich auf.

Was Tobias Erwachsenen erzählt, das hat das Hand und Fuß. Als er bei Borgwedels Bürgermeister Holger Weiß klingelte und ihm von seiner Projektidee berichtete, war auch dieser überzeugt und sagte zu, ihm im Gemeinderat (heute, 19.30 Uhr) ein Forum zu bieten, damit er um weitere Unterstützung werben kann. Darauf freut sich Tobias, von Lampenfieber offenbar keine Spur, schließlich geht es um die gute Sache. „Toll, wie sich Tobias engagiert“, sagt Bürgermeister Weiß. Natürlich könne er noch keine Zusage machen, aber wenn die Gemeinde die Möglichkeit sehe, ihm zu helfen, dann werde sie es tun. „Sturmschäden, die durch Neuanpflanzungen ausgeglichen werden könnten, haben wir ja genug.“

Damit allein ist es nicht getan, weiß Tobias. Um pflanzen zu können, braucht er auch Bäume, die bezahlt werden müssen. Die bisher gesammelten Spenden – rund 150 Euro – sind ein Anfang. Doch bis zum Frühjahr soll mehr Geld in die graue Kassette, die die beiden Brüder im Kinderzimmer sicher verwahren. Deshalb werden sie am 16. Februar und am 16. März auf Flohmärkten im Dorf mit einem Aktionsstand vertreten sein. Dort werden sie über den Klimawandel aufklären, über die Versäumnisse der Erwachsenen, der Politik und der Industrie, die einst versprach, den CO2-Ausstoß von Autos zu senken, statt dessen aber immer stärkere und schwerere Fahrzeuge auf die Straßen schickt. Die Jungen werden Flyer verteilen und Schokolade verkaufen – „Die gute Schokolade“, fair gehandelt und nahezu CO2-neutral hergestellt. Mit dem Erlös werden Bäume finanziert.

„Ein Baum“, sagt Tobias, „kann so viel Luft reinigen, wie in sieben Heißluftballons passt“. Davon möchte er so viele wie möglich pflanzen. „Die Politiker reden und reden nur, wir wollen auch selbst etwas tun.“ Im Hinterkopf hat er das ehrgeizige Ziel der Plant-for-the-Planet-Kinder. 1000 Milliarden Bäume sollen für die 2007 von Wangari Maathai und Fürst Albert von Monaco ins Leben gerufene „Billion Tree Campaign“ der Vereinten Nationen gepflanzt werden – davon sind weltweit schon fast 13 Milliarden in Boden.

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