zur Navigation springen

Gemeinden in Angeln gegen Pastoren-Abbau : „Die Kirche muss im Dorf bleiben!“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Gegen die Pläne des Kirchenkreises Schleswig-Flensburg, diverse Pfarrstellen zu streichen, begehren die Vorstände mehrerer Kirchengemeinden auf – und sammeln Unterschriften.

Mit großer Sorge blicken die Verantwortlichen der evangelischen Kirchengemeinden Kappeln-Ellenberg, Toestrup, Satrup und Arnis-Rabenkirchen auf die drohenden Veränderungen bei der der Zuweisung von Pastoren. Das Konzept namens „Kirchliche Handlungsräume“ sieht allein in der Propstei Angeln die Streichung von sieben Pfarrstellen vor. Gegen dieses Vorhaben, das wegen der angespannten Finanzlage von der Kirchenleitung angekündigt und realisiert werden soll, erhebt sich in etlichen Kirchspielen seit Jahresfrist Widerspruch und Widerstand. Denn die Kirche müsse doch, sagen die Betroffenen unisono, weiterhin im Dorf bleiben.

Stellvertretend für ihre Gemeindeglieder haben sich jetzt Martina Braatz und Heinrich Grimm (Toestrup), Erika Kotenbeutel und Wolfram Lufft (Arnis-Rabenkirchen), Heinrich Nissen und Ulla Simon (Ellenberg) und Detlev Schumacher (Satrup), allesamt Kirchenvorstandsmitglieder in ihren Gemeinden, in einer schriftlichen Stellungnahme ihre Bedenken zum Ausdruck gebracht und Unterschriften gesammelt.

Sie befürchten, dass durch den Wegfall an Pfarrstellen „die Basis kirchlichen Lebens in den ländlichen Gemeinden zerstört wird“. Denn Grundlage dafür sei die ansprechbare und ansässige Person des Pastors oder der Pastorin als Nachbar und Mitbewohner in den Orten. Wörtlich heißt es: „Diese Nähe zu den Bewohnern schafft bei ihnen Vertrauen zu ihrer Kirche und macht unmittelbare Seelsorge möglich.“ Ihr Verlust würde eine schmerzliche Schwächung der Kirche bewirken und den Verdruss ihrer Mitglieder weiter erhöhen, befürchten die Unterzeichner. Die entstehenden Defizite könnten durch eine verstärkte Beanspruchung des Ehrenamtes nicht aufgefangen werden.

Die Vertreter der vier Kirchengemeinden machen auch Vorschläge, wie die Finanzierung der Pastoren durch Umverteilung der verfügbaren Mittel sichergestellt werden könnte. Zu den alternativen Sparpotenzialen zählen sie unter anderem die Aufgabe des Regionalzentrums als Institution des Kirchenkreises, weil die einzelnen Einrichtungen und Dienste und Werke eigenständig handlungsfähig seien. Außerdem regen die Kritiker eine Verschlankung der Verwaltung durch Nutzung der Synergieeffekte an, „so wie bei der Fusion des Kirchenkreises versprochen wurde“.

Als weitere Möglichkeiten für Einsparungen betrachten sie die Neuplanung der pröpstlichen Stellen bereits vor dem Ende der Dienstzeit der Amtsinhaber sowie die kritische Überprüfung der Notwendigkeit eines Kindertagesstättenwerkes.

Derzeit liegt diese schriftliche Stellungnahme in zahlreichen Angelner Dörfern zur Einsichtnahme für die Bevölkerung aus. Parallel dazu bitten die Initiatoren um zustimmende Unterschriften auf beigefügten Listen. Der erste Erfolg ist schon da: Nach den Worten von Wolfram Lufft kamen bereits im ersten Anlauf über 600 Unterschriften zusammen. Diese Listen wurden kürzlich dem Kirchenkreisrat des Kirchenkreises Schleswig-Flensburg (Sitz in Schleswig) zugeleitet. „Wir rechnen noch mit einigen hundert weiteren Unterschriften.“

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 03.Mär.2016 | 15:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen