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Schleswiger Nachrichten

21. August 2017 | 22:22 Uhr

Schleswig : Die Kindergarten-Offensive

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Stadtverwaltung in Schleswig rechnet mit einem steigenden Bedarf an Betreuungsplätzen – weil wieder mehr Babys geboren werden.

In der Stadt werden die Kindergarten-Plätze knapp. Von den derzeit 140 Krippenplätzen sind zwar noch 14 frei, die Plätze für über Dreijährige sind aber nach Rathaus-Angaben derzeit so gut wie alle belegt. Eine Krippengruppe in der städtischen Kita am Moorkatenweg ist deshalb bereits in eine Regelgruppe umgewandelt worden. Und es soll sich noch mehr tun: Wenn die Pläne der Wohnungsbaugenossenschaft Gewoba Wirklichkeit werden, dürfte sich die Lage erheblich entspannen. Vor gut einem Jahr hatte die Gewoba das ehemalige Kreiswehrersatzamt an der Moltkestraße gekauft und angekündigt, aus dem historischen Gebäude ein Dienstleistungszentrum zu machen. Im Mittelpunkt der Überlegungen steht dabei ein Kindergarten mit zwei Gruppen, in dem bis zu 40 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren betreut werden können. Nicht nur im Gebäude wäre dafür ausreichend Platz. Auf dem rückwärtigen Teil des Grundstücks stehen nach Gewoba-Angaben 600 Quadratmeter Spielfläche zur Verfügung.

Der städtische Schul-, Jugend- und Sozialausschuss beschäftigt sich mit dem Thema auf seiner nächsten Sitzung am Donnerstag, 3. September, ab 16 Uhr im Rathaus. Die Gewoba will den Kindergarten nicht selbst betreiben. Es soll bereits mehrere Interessenten geben, die als Träger in Frage kommen. In Frage kommen in erster Linie Wohlfahrtsverbände oder private Vereine. Neben den vier städtischen Kindergärten am Holzredder (Erikstraße), am Stadtfeld, in St. Jürgen und am Moorkatenweg gibr es bisher zwei kirchliche Kindergärten im Friedrichsberg und an der St.-Paulus-Kirche, dänische Kindergärten im Friedrichsberg und an der Hiort-Lorenzen-Schule im Stadtnorden, den ADS-Kindergarten am Plessenhof, einen Waldorf-Kindergarten am Neufelder Weg sowie einen Waldkindergarten.

Reine Kinderkrippen für unter Dreijährige existieren im Kinderspielzentrum der Winkler-Stiftung an der Erikstraße und am Berufsbildungszentrum. Außerdem hat der dänische Schulverein gerade zwei neue Krippen gebaut – direkt neben der Winkler-Stiftung sowie im neuen Wohngebiet am Berender Redder.

Mehrere der regulären Kindergärten haben ebenfalls Krippengruppen eingerichtet. Diesen Schritt plant nun auch der ADS-Grenzfriedensbund in seiner Einrichtung. Der Platz am Plessenhof sei zwar begrenzt, man habe sich jetzt dennoch entschieden, diesen Schritt zu wagen, sagte ADS-Geschäftsführer Peter Rodewald gegenüber den SN. Dazu soll eine der Regelgruppen in eine Krippengruppe umgewandelt werden.

„Es gab immer wieder Anfragen von Eltern, die ihre Kinder schon früher betreuen lassen möchten“, so Rodewald. Bis zum nächsten Sommer möchte er deshalb einen Schlafraum und eine zusätzliche Sanitäranlage schaffen. „Das wäre im bestehenden Gebäude noch möglich.“ Mitarbeiterinnen des Kindergartens seien bereits für die Arbeit im U3-Bereich weiterqualifiziert worden.

Die Stadtverwaltung empfiehlt dem Sozialausschuss, den ADS-Plänen zuzustimmen, auch wenn es in der Stadt derzeit noch ausreichend Krippenplätze gibt. Die Geburtenzahlen seien tendenziell steigend. Die neueste Hochrechnung gehe davon aus, dass in Schleswig 2015 erstmals seit mehreren Jahren wieder die Marke von 200 Neugeborenen mit Wohnsitz in Schleswig übertroffen werden. Außerdem möchte man im Rathaus darauf vorbereitet sein, mehr Flüchtlingskinder als bisher unterzubringen.

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erstellt am 24.Aug.2015 | 10:58 Uhr

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