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Schleswig : „Die Innenstadt rückt näher ans Wasser“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Grundsteinlegung für das neue Wohnviertel an den Königswiesen: Bauherrin Sybille Schmid-Sindram spricht von hoher Nachfrage.

von
erstellt am 12.Mai.2017 | 07:29 Uhr

Ein grüner Stofffrosch, ein Rosenkranz, eine Tageszeitung, ein Siegel der Stadt Schleswig samt Urkunde und ein Foto von Bauherrin Sybille Schmid-Sindram mit kurzer Biografie auf der Rückseite: All das steckte in der Zeitkapsel, eine Plombe aus Kupfer, die gestern während der Grundsteinlegung für das neue Wohnviertel an den Königswiesen eingemauert wurde. Als Erinnerung für die Nachwelt, wenn diese eines Tages andere Pläne für das Gelände hat und die Abrissbagger anrollen lässt. So weit aber wollte gestern eigentlich noch niemand denken. Im Gegenteil: Es herrschte Feierstimmung auf dem etwa zwei Hektar großen Areal. Denn, darin waren sich sowohl die Investorin und ihr Team als auch die rund 100 geladenen Gäste einig: Es war ein besonderer Tag für Schleswig. „Weil dieses Bauprojekt die Innenstadt positiv verändern wird“, wie nicht nur Schmid-Sindram in ihrer Rede betonte.

Bis Ende 2018 sollen auf der Fläche zwischen Königstraße und Königswiesen sechs Gebäude mit Platz für rund 120 Mietwohnungen entstehen. Hinzu kommt ein Dienstleistungszentrum, in das Ärzte, Kanzleien und auch Läden einziehen könnten. „Die Nachfrage ist jetzt schon enorm. Es haben sich bereits über 230 Interessenten bei uns gemeldet“, erzählte Schmid-Sindram in ihrem launigen Vortrag, in dem sie in erster Linie ihrem Sohn und Architekten Paul Sindram und dessen Team dankte. Auch wenn dieser, wie seine Mutter verriet, immer wieder so viele neue und gute Ideen für das Bauprojekt habe, dass man mit den anfangs kalkulierten Gesamtkosten von 30 Millionen Euro wohl nicht hinkommen werde.

Dennoch strahlte die Investorin mit der Sonne förmlich um die Wette. Schließlich heimste sie von ihren Gästen viel Lob dafür ein, dass sie das ambitionierte Projekt im Herzen der Stadt in die Tat umsetzt. „Es wird Schleswig nachhaltig bereichern“, sagte auch Bürgermeister Arthur Christiansen, der das Bauvorhaben symbolisch sogar für einen allgemeinen Aufbruch in Schleswig sieht. „Es heißt immer ,Typisch Schleswig’, weil die Leute meinen, dass hier viele Dinge nicht klappen. Aber wenn man sich mal umsieht, sieht man in der Stadt doch überall Baukräne. Und wenn das ,Typisch Schleswig’ ist, bin ich stolz darauf, Bürgermeister dieser Stadt zu sein“, meinte er.

Architekt Paul Sindram betonte ebenfalls die Bedeutung des Projektes für die künftige Entwicklung der Stadt. „Uns gelingt hiermit der Brückenschlag zur Schlei. Wir machen das, was andere Städte uns vorgemacht haben: Die Innenstadt rückt näher ans Wasser“, sagte Sindram, der gleichzeitig auf den „sportlichen Zeitplan“ hinwies, den man einzuhalten versuche. „So ein großes Bauvorhaben in zwei Jahren fertig zu stellen, ist sicherlich nicht alltäglich“, meinte er und lobte in diesem Zusammenhang die Zusammenarbeit mit der Stadt, „insbesondere mit dem oft gescholtenen Bauamt“. Dessen Mitarbeiter hätten hervorragende Arbeit geleistet.

Sindrams Pläne sehen im Osten drei größere Gebäude vor, die sich V-förmig zur Schlei hin öffnen. Hinzu kommen im westlichen Bereich drei etwas kleinere Häuser und das Dienstleistungszentrum direkt an den Königswiesen. Alle Gebäude sollen sich durch eine helle Fassadenfarbe und viel Glas auszeichnen. „Das Ganze hat einen nordischen Touch, der hier gut hinpasst, wie ich finde“, sagte Sindram. Dass er damit Recht haben könnte, zeigt sich an der großen Nachfrage nach Wohnungen. Eine, die sich einen Einzug dort gut vorstellen kann, ist Uta Fölster. Die Präsidentin des Oberlandesgerichtes und ihr Lebensgefährte Gerhard Horstmeier verrieten am Rande der Feierlichkeiten, dass sie ernsthaft überlegen, von Busdorf an die Königswiesen umzuziehen. „Wir möchten dauerhaft in Schleswig bleiben. Und die Pläne hier, direkt in der Stadt, gefallen uns gut. Also: Warum nicht?“, meinte Fölster.

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