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Schleswiger Nachrichten

17. Dezember 2017 | 11:23 Uhr

Kropp : Die Immobilien-Misere

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Feuchte Wände, fehlender Brandschutz, wackelige Statik: Die hoch verschuldete Gemeinde Kropp muss Altlasten beseitigen. Eventuell muss sogar ein neues Rathaus gebaut werden.

shz.de von
erstellt am 20.Mär.2015 | 07:15 Uhr

Die Liste der Problemfälle ist lang und kostspielig: Rathaus, Restaurant Rosengarten, Bücherei, Schule, Rettungszentrum, Sportlerheim und Freibad – das sind in Kropp gemeindeeigene Immobilien, die dringend saniert, erweitert oder abgerissen werden müssen. Und das bei einem Schuldenstand von 5,6 Millionen Euro. Doch der Bürgermeister will den Kopf nicht in den Sand stecken: „Wir müssen unsere Liegenschaften zukunftsfähig machen“, sagte Stefan Ploog in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses, „auch wenn wir weitere Millionen aufnehmen müssten.“ Ploog hatte erst kürzlich die Nachfolge von seinem Vorgänger Reinhard Müller angetreten und sieht sich mit einem Berg von Problemen konfrontiert.

> Im Rathaus sind energetische Maßnahmen nötig, der Keller ist feucht und es fehlen barrierefreie Zugänge. Eine Bedarfsanalyse und ein zu erstellender Raumplan könnten durchaus zu dem Ergebnis kommen, einen Rathausneubau in Angriff zu nehmen.

> Der Altbau der Geestlandschule erhält ein neues Dach, die Gauben verschwinden, der Glockenturm bleibt erhalten. Die Alarmanlagen werden erneuert und die Trinkwasseranlage wird saniert. Die Lehrküche im Keller ist gesperrt, weil der Brandschutz nicht ausreicht.

> Die Innenbeleuchtung der Geestlandhalle wird saniert.

> Ein Ingenieursbüro hat den Auftrag, über ein Gutachten zu klären, ob das Rettungszentrum erweitert werden kann oder ein Neubau nötig ist.

> Am Büchereigebäude ist bei der Dachsanierung in die Statik eingegriffen worden, sodass die Dachkonstruktion überprüft und erneuert wird. Zudem wird hier der Brandschutz überprüft.

> Im Sportlerheim sind bauliche Mängel festgestellt worden. Auch ein Energienachweis muss erstellt werden.

> Und dann ist da noch das Freibad. Seinen Bestand stellt der Bürgermeister nicht in Frage, aber es gibt Überlegungen, die 50-Meter-Bahnen auf 25 Meter zu verkürzen, um Energiekosten zu sparen. In der kommenden Freibadsaison müssen die Badefreunde auf den maroden Sprungturm verzichten. Nur ein Ein-Meter-Brett bleibt erhalten.

> Im Sommer soll die endgültige Entscheidung zum Restaurant Rosengarten getroffen werden, wenn bis dahin die Kosten ermittelt sind. „Das Ding muss abgerissen werden“, hieß es einmütig im Ausschuss. Auf dem Gelände ist eine Wohnbebauung im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus mit Mehrfamilienhäusern vorgesehen. Auch ein Hotelneubau wäre möglich.

Damit nicht genug. Weitere Kosten kommen bei der Oberflächenentwässerung hinzu. „Bei Regengüssen vergleiche man Kropps Straßen teilweise mit Seenlandschaften“, sagte Ploog. Auch die Unterbringung von Asylbewerbern bringe Herausforderungen. Statt 57 wie im Januar angekündigt, habe man nun 121 Bewerber unterzubringen.

Was es kosten würde, die ganzen Altlasten zu beseitigen, wurde nicht besprochen. Klar ist jedoch: Es wird Jahre dauern und viele Millionen Euro verschlingen, die Kropper Gemeinde-Immobilien in Ordnung zu bringen. Nach der Auflistung der Aufgaben wird jetzt eine Prioritätenliste erarbeitet, die die Reihenfolge der Arbeiten festlegt. Dabei wird kein Weg daran vorbeiführen, zunächst die Schule und danach das Rathaus in Angriff zu nehmen – so dringend eine Sanierung der anderen maroden Gebäude auch sein mag.

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