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Spektakulärer Drogenfund : Die Hamburg-Schleswig-Connection

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Polizei nimmt einen Großdealer in Hamburg fest – sieben Schleswiger versorgten ihn mit Marihuana aus der eigenen Plantage.

Es war ein spektakulärer Fund, den die Lübecker Kriminalpolizei und die Hamburger Zollfahndung gestern der Öffentlichkeit präsentierten: Bargeld, Schmuck, Gold- und Silberbarren im Wert von 85  000 Euro, außerdem eine Pistole und mehr als 100 Kilogramm Haschisch und Marihuana mit einem Straßenverkaufswert von 650  000 Euro. Beschlagnahmt in den Wohnungen von zwei Hamburger Drogendealern. Auf die Spur der beiden Verdächtigen kamen die Beamten über Lieferanten aus Schleswig. Die sieben Männer im Alter von 40 bis 60 Jahren betrieben in der Nähe von Bad Segeberg eine Marihuana-Plantage mit 500 Pflanzen. Lübecker Drogenfahnder entdeckten die Anlage nach einem Tipp aus der Bevölkerung bereits im April des vergangenen Jahres. „Die Männer hatten einen abgelegenen Ort gewählt, im Schleswiger Stadtgebiet wäre die Plantage sicherlich viel schneller aufgeflogen“, sagt Axel Hirth, Pressesprecher des Hamburger Zollfahndungsamtes. „Wir haben zwar auch schon Plantagen mit mehr als 1000 Pflanzen gehabt, aber diese Größenordnung ist durchaus beachtlich.“

Neben den Pflanzen wurden auch zwölf Kilogramm verkaufsfertiges Marihuana sichergestellt. „Die Plantage dürfte also schon eine Weile in Betrieb gewesen sein“, so Hirth. Die sieben Betreiber wurden wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sind inzwischen weitgehend abgeschossen. Demnächst sollen sie vor dem Kieler Landgericht angeklagt werden.

Der 57-jährige Mann, an den die Schleswiger ihre Drogen verkauften, ist anscheinend ein deutlich dickerer Fisch. Er befindet sich jetzt in Untersuchungshaft. Nachdem die Ermittler über die Schleswiger Tätergruppe auf seine Spur gekommen waren, durchsuchten am vergangenen Dienstag 50 Polizisten und Zollbeamte seine Wohnung in Hamburg-Eimsbüttel. Offenbar hatte er seit dem vergangenen Jahr seinen florierenden Drogenhandel mit anderen Lieferanten fortgesetzt. Bei ihm sowie in der Wohnung und dem Lagerraum eines 50-jährigen Komplizen fanden die Fahnder die Wertsachen und die Drogen, die sie gestern präsentierten. Der Schmuck hatte einen Wert von 70  000 Euro. Hinzu kamen 15  000 Euro in bar. Der Großteil der Drogen wurde im Lagerraum des Lieferanten entdeckt. Hier konnten 76 Kilogramm Haschisch und vier Kilogramm Marihuana sichergestellt werden. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand sind die Drogengeschäfte aus der Eimsbütteler Wohnung seit mehreren Jahren abgewickelt worden.

 

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erstellt am 28.Aug.2015 | 07:18 Uhr

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