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Platz für Riesen-Windräder : Die halbierten Kreisverkehre der B77

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

In Busdorf und Kropp waren Bauarbeiten nötig, um Platz für Schwertransporter mit Windkraft-Flügeln zu schaffen. Die abgetragenen Hügel werden anschließend wieder aufgeschüttet. Für den Steuerzahler enstehen keine Kosten.

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erstellt am 26.Apr.2014 | 07:42 Uhr

Die Bundesstraße 77 ist für Autofahrer zurzeit so etwas wie eine Wundertüte. Immer wieder ist zwischen Schleswig und Rendsburg etwas Neues zu entdecken, was sich auf den ersten Blick nicht immer sofort einordnen lässt. So wurden die Kreisverkehre in Busdorf beim Autohof und bei Kropp in den vergangenen Tagen regelrecht amputiert. Mitarbeiter des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr trugen mit schwerem Gerät einen Großteil des hoch aufragenden Innenbereichs bis auf Fahrbahnniveau ab und errichteten auf dem frisch planierten Untergrund Holzwände, die an Rankhilfen im heimischen Garten erinnern.

„Grund für die Arbeiten sind bevorstehende Schwertransporte“, erklärte Karl-Heinz Roos, Leiter des Landesbetriebs in Flensburg. In den nächsten Tagen werden per Lkw über die Autobahn Flügel für drei Windkraftanlagen zwischen Kropp und Tetenhusen geliefert. „Die Flügel sind 70 Meter lang. Für diese Ausmaße sind die Kreisverkehre zu eng – die langen Auflieger würden bei der Durchfahrt am Hügel hängen bleiben, wenn nichts abgetragen wird“, sagte Roos. Die Experten in seinem Hause haben genau berechnet, wie viel Erdreich abgetragen werden musste. Sind die Flügel an Ort und stelle, bekommen die Kreisverkehre ihr ursprüngliches Aussehen zurück. Die Kosten für das aufwändige Verfahren tragt das Speditionsunternehmen – auf die Steuerzahler kommen keine Belastungen zu.

Auch für die Zäune hat der Leiter des Landesbetriebs eine Erklärung: „Es handelt sich um Sichtblenden – sie sollen verhindern, dass bei den Autofahrern der Eindruck entsteht, sie können durchfahren.“

Eine andere Verkehrsbehinderung wird demnächst verschwinden. Die Arbeiten an der Brücke über die Autobahn neigen sich ihrem Ende zu. In den vergangenen beiden Wochen wurde der Verkehr per Ampelschaltung einspurig an der Baustelle vorbeigeführt. Die Arbeiten an der Brücke hätten eigentlich schon im vergangenen Jahr beendet werden sollen. Weil auf der Bundesstraße allerdings während der Sperrung der Rader Brücke Hochbetrieb herrschte, wurden die Arbeiten unterbrochen. In den nächsten Tagen aber soll die Baustelle nach Aussagen von Roos aufgelöst werden.

Die marode Rader Brücke spielt auch
eine Rolle bei einer Baustelle, die demnächst eingerichtet wird: Der Umleitungsverkehr mit zehntausenden Lkw hat streckenweise die Fahrbahndecke der Bundesstraße zerstört. Zwischen Kropp und Sorgbrück sind deshalb Asphaltierungsarbeiten vorgesehen. Zu einer Vollsperrung wird es nach Angaben von Roos nicht kommen. Autofahrer in Richtung Schleswig werden durchfahren können, der Gegenverkehr wird umgeleitet.

Nur zeitweise wird es zu Behinderungen bei Kropp in Höhe des Segelflugplatzes kommen, wo die geplante Gasleitung die Bundesstraße kreuzt. Der Trassenverlauf ist bereits deutlich zu sehen – irgendwann müssen die Rohre unter der Fahrbahn hindurch gelegt werden.

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