Schleswiger Theater-Streit : Die große Versöhnungs-Szene

Auf dem Schlossbalkon: Museums-Vorstand Guido Wendt, Generalintendant Peter Grisebach und Bürgermeister Arthur Christiansen. Im Hintergund das Gottorfer Kommandantur-Haus, in das die Theaterverwaltung bereits heute einziehen wird.
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Auf dem Schlossbalkon: Museums-Vorstand Guido Wendt, Generalintendant Peter Grisebach und Bürgermeister Arthur Christiansen. Im Hintergund das Gottorfer Kommandantur-Haus, in das die Theaterverwaltung bereits heute einziehen wird.

Im Ringen um den Theater-Neubau im Lollfuß üben sich Bürgermeister Arthur Christiansen und Generalintendant Peter Grisebach in Einigkeit.

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25. Juni 2014, 17:00 Uhr

Das Ringen ums neue Theater im Lollfuß entwickelt sich zu einem Format, das vielen Schauspielern zwar vertraut ist, das sich auf dem Spielplan des Landestheaters für gewöhnlich dennoch nicht findet: der Seifenoper. In der gestrigen Folge unterhielten die Hauptdarsteller ihr Publikum mit einer großen Versöhnungsszene. Bürgermeister Arthur Christiansen und Generalintendant Peter Grisebach demonstrierten Einigkeit, als sie sich auf Schloss Gottorf trafen, um im Büro von Guido Wendt, dem kaufmännischen Direktor der Landesmuseen, den Mietvertrag zu unterzeichnen für den neuen Hauptsitz der Theaterverwaltung.

Am Montag, als der Hauptausschuss im Rathaus tagte, hatte Grisebach noch die Rolle des Bösewichts. Dort hatte Christiansen dem Intendanten vorgeworfen, die Schleswiger Pläne für den Neuaufbau im Lollfuß zu torpedieren. Grisebach hatte das Vorhaben als aussichtslos bezeichnet. Gestern nun bedankte sich der Bürgermeister für diese Einschätzung des Intendanten. „Es ist für uns eine Motivation, uns noch mehr anzustrengen. Wir wissen, dass wir ein sehr ehrgeiziges Ziel haben.“ Die Erfolgschancen bezifferte Christiansen auf „Fifty-fifty.“

Grisebach wird bereits heute sein Büro im Lollfuß verlassen und auf die Gottorfer Schlossinsel ziehen. Dort hat die Stadt Schleswig das Haus der Kommandantur für zunächst zwei Jahre angemietet, um dort den Generalintendanten und zwölf seiner Mitarbeiter einzuquartieren. Grisebach blieb gestern dabei: Er glaube nicht, dass er in seiner Amtszeit in den Lollfuß zurückkehren werde, fügte diesmal aber hinzu: „Ich hoffe sehr, dass ich mich irre.“ Die Entscheidung über die Zukunft des Landestheaters liege ohnehin nicht bei ihm, sondern bei den 17 Städten und Kreisen aus dem ganzen Land, denen die Landestheater GmbH gehört. Anfang kommenden Jahres soll sich entscheiden, ob das Theater mit seiner Schauspiel-Produktionsstätte endgültig aus Schleswig wegzieht – möglicherweise nach Rendsburg oder Itzehoe.

Offen zeigte sich Grisebach für Christiansen Vorschlag, einen „Rettungsschirm“ aus Spendengeldern zu spannen, der den Betrieb des Theaters über die kommenden drei Jahre hinaus sicherstellen soll. Grisebach hatte immer wieder betont, dass er den Spielbetrieb nur noch bis 2017 sicherstellen könne, weil nach der Sperrung des einsturzgefährdeten Stadttheaters die Zuschauereinnahmen weggebrochen seien.

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