Süddänemark und Schleswig-Holstein : Die Grenzregion hat profitiert

Alsion: Regionales Zentrum für Forschung, Ausbildung und Kultur in der süddänischen Stadt Sonderburg.
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Alsion: Regionales Zentrum für Forschung, Ausbildung und Kultur in der süddänischen Stadt Sonderburg.

Schleswig-Holstein und die Region Süddänemark: Was hat die Zusammenarbeit in den vergangenen zehn Jahren gebracht?

shz.de von
22. März 2017, 12:16 Uhr

Flensburg | Die Region Süddänemark und das Land Schleswig-Holstein sind am Dienstag in Kiel einer neuen Vereinbarung über die Zusammenarbeit in der deutsch-dänischen Grenzregion beigetreten. In dem Zusammenhang lohnt ein Blick auf die Ergebnisse der letzten zehn Jahre.

„Zusammenarbeit über die Grenze hinweg scheint zunehmend ein natürlicher Teil des täglichen Lebens zu sein, aber sie ist nicht ohne Herausforderungen. Oft kann es einen länger andauernden Einsatz erfordern, um konkrete Resultate zu erzielen – was unter anderem damit zusammenhängen kann, dass viele der leicht zugänglichen Gewinne glücklicherweise bereits „geerntet“ worden sind. Mitunter greifen die Zahnräder unabhängig vom guten Willen auf beiden Seiten nicht ineinander. Schließlich können es für die Zusammenarbeit in der Grenzregion wichtige Umstände sein, auf die die Akteure jedoch keinen Einfluss haben.

Die Erfolge wiegen schwerer als die Rückschläge. „Dies kann in hohem Grade dem engagierten Einsatz von Akteuren beiderseits der Grenze zugeschrieben werden. Diese haben dazu beigetragen, dass sich in den vergangenen zehn Jahren zahlreiche Ideen zu konkreten grenzüberschreitenden Aktivitäten und Initiativen entwickelt haben“, heißt es in dem Katalog der Partner.

Bildung und Forschung

Campus im Grünen: Universität und Hochschule sowie die gemeinsamen Einrichtungen in Flensburg.
Foto: geissler
Campus im Grünen: Universität und Hochschule sowie die gemeinsamen Einrichtungen in Flensburg.

 

Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und höheren Bildungseinrichtungen in der Region ist ein Schlüsselthema seit der Unterzeichnung der ersten Vereinbarung vor zehn Jahren. In der Zwischenzeit wurden die beiden Interreg-Projekte „Wissensregion/Videnregion“ 1 und 2 umgesetzt. Heute findet diese Zusammenarbeit sowohl auf Doktoranden- und Forschungsebene als auch in ausgewählten Studiengängen statt – mit dem „MSc in Business, Language and Culture“ an den Universitäten in Flensburg und Sonderburg als Vorbild. Ein weiteres Beispiel: „Syddansk Universitet“ und die Hochschule Flensburg bieten einen grenzüberschreitenden Studiengang im Bereich Ingenieurwissenschaften an: Studierende können den Bachelor-Studiengang an der Hochschule Flensburg mit dem anschließenden Master-Studiengang an der SDU kombinieren.


Mobilität

 

Dänen und Deutschen Leben und Arbeiten auf der jeweils anderen Seite der Grenze zu ermöglichen, bleibt eine Priorität für die Region Syddanmark und Schleswig-Holstein. Beide Partner unterstützen die Bemühungen zum Abbau von Mobilitätsbarrieren auf unterschiedlichen Wegen, unter anderem durch das Serviceangebot des „Infocenters Grænse/Grenze“, das Grenzpendlern Information zu Themen wie Steuerrecht, soziale Sicherung oder Renten zur Verfügung stellt. Das Thema erfährt kontinuierliche Aufmerksamkeit beider Partner im Rahmen ihrer Bemühungen, einen regionalen, grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt zu schaffen.


Regionale Wirtschaft

 

Wirtschaftliche Entwicklung ist von großer Bedeutung für die Region Syddanmark wie für das Land Schleswig-Holstein. Die Ergebnisse zahlreicher Analysen und die bestehenden Potenziale in der Grenzregion haben den Ausgangspunkt für die Unterstützung regionaler wirtschaftlicher Zusammenarbeit und Verflechtung geschaffen.


Gesundheit
 

Die Partner haben mehrere Formen der Zusammenarbeit im Rettungswesen in der Grenzregion. Seit mehreren Jahren erhalten Bürgerinnen und Bürger Hilfe von deutschen Rettungswagen, sofern diese schneller vor Ort sein können als dänische. Daneben gibt es den grenzüberschreitenden Luftrettungsdienst mit einem in Niebüll stationierten Rettungshubschrauber. Um die Zusammenarbeit im Bereich Gefahrenabwehr weiter zu verbessern, wurde das lnterreg-Projekt „Bereitschaft ohne Grenzen 2.0“ in diesem Jahr begonnen. Das Projekt hat das Ziel, Bürger in Schleswig-Holstein und in der Region Süddänemark die schnellste und qualifizierteste Hilfe anzubieten – gleich, von welcher Seite der Grenze die Hilfe kommt.


Kultur

Kultur ist nicht nur ein wichtiger Wirkstoff für die Grenzregion, um eine attraktive Destination für Ansiedlung, Arbeiten und Urlauben zu bleiben. Kultur ist auch ein Motor für Wachstum. In Anerkennung dieser Bedeutung von Kultur wurde die „Kulturvereinbarung Sønderjylland-Schleswig 2013-2016“ durch die Kommunen und Kreise in Grenznähe, das dänische und das schleswig-holsteinische Kulturministerium sowie die Region Syddanmark geschaffen. Ziel dieser Vereinbarung ist es, einen gemeinsamen deutsch-dänischen Kulturraum und kulturelle Identität zu schaffen.

Die Kulturvereinbarung Sønderjylland-Schleswig ist die erste ihrer Art in Europa und ist für andere Grenzregionen in Europa ein Beispiel für friedliche Koexistenz.

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