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Schleswiger Nachrichten

24. August 2017 | 01:18 Uhr

Energiewende : Die Geest unter Höchstspannung

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Netzbetreiber Tennet plant eine Höchstspannungsleitung (380 kV) zwischen Audorf und Flensburg, um die zunehmenden Ökostrom-Mengen aus dem Norden abzutransportieren. Ein Projektbüro in Jübek dient als Anlaufstelle für Bürger.

Durch die rasant zunehmende steigende Strom-Einspeisung vor allem aus Windkraftanlagen in Nordfriesland und Schleswig-Flensburg geraten die vorhandenen Hoch- und Höchstspannungsnetzte im Norden zunehmend an ihre Kapazitätsgrenze. Die Landsregierung rechnet 2015 mit einer erzeugten Leistung von 9000 Megawatt. Davon werden nur 2000 Megawatt direkt im Norden verbraucht. 7000 Megawatt sollen in die Mitte und den Süden Deutschlands fließen – und sorgen für erheblichen Handlungsbedarf auf Seiten der Netzbetreiber. Während die SH Netz AG (Eon-Hanse) im Kreisgebiet die Leitungen unterhalb der Höchstspannungsebene ausbaut, um den Strom aus regenerativer Energie in der Fläche einzusammeln (wir berichteten), ist es Aufgabe des Netzbetreibers Tennet (TenneT TSO GmbH), für den Abtransport des Stroms in die industriellen Zentren zu sorgen. Aus diesem Grund plant das Unternehmen unter anderem eine neue rund 70 Kilometer lange Höchstspannungsleitung (380 Kilovolt), die in Nord-Süd-Richtung durch den Kreis verläuft.

Im Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) steht diese Stromautobahn als Teil der Trasse von Kassö in Dänemark bis nach Dollern in Niedersachsen auf der Prioritätenliste ganz oben. Derzeit verlaufen hier parallel eine 380- und eine 220 kV-Leitung. Letztere soll, sobald die leistungsstärkere Leitung ans Netz geht, abgebaut werden. Wann das geschieht, hängt vom Verlauf des Planungsverfahrens und des Baufortschritts für die neue Höchstspannungsleitung ab. Um das Projekt möglichst reibungslos zu gestalten, hat sich Tennet ein Höchstmaß an Transparenz verordnet. Ein erster Schritt in der Region war gestern die Eröffnung eines Projektbüros in Jübek in der Großen Straße 30.

„Wir sind bemüht, alle Betroffenen – vom Grundbesitzer bis zu Ämtern und Gemeinden – in die Planung einzubeziehen“, sagte Jens-Andreas Böttger von Tennet. Erste Gespräche mit Gemeinden wurden bereits Ende 2013 geführt. Um mit den Bürgern in den Dialog zu treten, sind zudem im April vier sogenannte „Info-Märkte“ geplant – in Osterrönfeld ( Rendsburg-Eckernförde), Kropp, Silberstedt und Tarp.

Diese Info-Märkte hätten sich bereits bei der Planung des südlichen Teilabschnitts zwischen Audorf und Hamburg bewährt, erklärte Katrin Fabricius von der Firma BHF aus Kiel, die für die naturschutzfachliche Planung verantwortlich ist. „Wir werden sicher nicht von jedem Grundeigentümer ein Hurra bekommen“, sagte sie. „Aber wir wollen die Planung doch so weit wie möglich mit ihnen abstimmen.“ Das heißt: Die grobe Trassenplanung steht zwar, dennoch gibt es die Möglichkeit, noch Änderungen herbeizuführen.

Der Zeitplan sieht vor, dass im Sommer die Unterlagen für das Projekt im Energiewendeministerium eingereicht werden. Mitte 2015 erwartet Tennet grünes Licht aus dem Ministerium. Ende 2017 könnten dann alle Masten aufgestellt und alle Leitungen verlegt sein, damit der Strom in Richtung Süden fließen kann. Wer bereits frühzeitig Informationen über die Detailplanung oder die Trassenführung haben möchte, für den stehen die Mitarbeiter des Projektbüros bereit.

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Das Tennet-Projektbüro, Große Straße 30, in Jübek ist geöffnet dienstags und mittwochs von 14 bis 19 Uhr und freitags von 12 bis 17 Uhr. Ansprechpartner: Stephan Wilmbusse.

 

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erstellt am 27.Feb.2014 | 11:45 Uhr

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