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Schleswiger Nachrichten

19. Oktober 2017 | 15:12 Uhr

Treia : Die erste Windmühle steht

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Baustart für Bürgerwindpark im Ortsteil Ipland. Bis Ende Mai sollen alle neun Anlagen betriebsbereit sein. Davon steht jeweils eine in Ahrenviölfeld und eine in Bondelum in Nordfriesland.

shz.de von
erstellt am 04.Feb.2014 | 16:15 Uhr

Schon von Weitem ist der riesige Kran in Treia-Ipland auf dem Gebiet des Bürgerwindparks zu sehen. Nach den umfangreichen Vorbereitungsarbeiten wurde jetzt mit dem Aufstellen der Windräder begonnen. Der erste Turm mit Maschinenhaus steht bereits, und nach dem Anbringen der Flügel wird gleich nebenan die zweite Windmühle aufgebaut werden. Die Bauteile dafür liegen bereits bereit. Laut Plan sollen Ende Mai alle neun Windmühlen laufen, davon sieben in Treia und je eine in Ahrenviölfeld und in Bondelum. Alle neun sind Repower-Windmühlen mit einer Höhe von 150 Metern und einer Leistung von je 3,2 Megawatt.

Christian Petersen, Beiratsvorsitzender des Bürgerwindparks, überzeugt sich fast täglich von dem Fortschritt der Arbeiten vor Ort. Zudem kommt er alle 14 Tage mit Projektleiterin Christiane Kutz, Planer und Geschäftsführer Eugen Siefert, Geschäftsführer Thomas Johannsen und Installation-Manager Ronald Nanninga zur Lagebesprechung auf dem Gelände zusammen.

Ende Juli vergangenen Jahres kam die langersehnte Baugenehmigung vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR). „Der Bauantrag bestand aus ungefähr 25 000 Seiten mit sämtlichen Gutachten“, berichtet Christian Petersen, darunter Wind-, Turbulenz-, Schattenwurf-, Schall-, Radar-, und mehrere Umweltgutachten. Sie wurden sowohl von der Unteren als auch von der Oberen Naturschutzbehörde geprüft und genehmigt. Festgestellt wurde auch, dass die Vogelzuglinie sich nicht im Gebiet des Bürgerwindparks, sondern erheblich weiter südlich befindet. Nach dem Eingang der Baugenehmigung wurden die erforderlichen Straßen gebaut, Fundamente geschüttet und Kabel verlegt. Die Materialanfahrt war über Monate von Früh bis Spät nicht zu übersehen und zu überhören. Damit die riesigen Bauteile für die Anlagen ohne Probleme angeliefert werden können, wurden die Einfahrten zu den Straßen wesentlich verbreitert und zuletzt die Kabel zum Anschluss an das neue Umspannwerk in Jübek verlegt.

Der Windpark wird, so sieht es die Planung vor, zirka 36,5 Millionen kosten. Als Ausgleich für die Natur musste mehr als eine Million Euro gezahlt werden. An dem Windpark beteiligen sich aus Treia 215, aus Bondelum 51 und aus Ahrenviölfeld 49 Personen sowie der Planer – mit insgesamt 316 Personen ist etwa jeder sechste Bürger in den Gemeinden an dem Park beteiligt. So war auch die Möglichkeit gegeben, in Absprache mit den Gemeindevertretungen zu bestimmen, wann und wo und was gebaut wird. „Dieses System setzt sich in Nordfriesland immer mehr durch, ist aber nicht selbstverständlich“, sagt Christian Petersen, der dort bereits Erfahrungen mit dem Bau und Betrieb von Windkraftanlagen gesammelt hat.

Profitieren werden vom Bürgerwindpark aber nicht nur die Investoren, sondern auch die Gemeinden über die Gewerbesteuern und über einen Anteil an der Einspeisevergütung, der vertraglich festgehalten wurde.


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