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Hilfe für junge Eltern : Die Engel aus der Erikstraße

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

In einer Wohnung in Schleswig-Süd bietet ein Flensburger Verein Hilfe für Familien mit kleinen Kindern an.

von
erstellt am 04.Dez.2013 | 12:00 Uhr

Eine Dreizimmerwohnung im gelbroten Hochhaus an der Erikstraße: Hier ist seit wenigen Wochen der Verein „Schutzengel“ zu Hause, der jungen Eltern zur Seite steht, wenn sie Unterstützung brauchen im Umgang mit ihren Kindern. Die Familienhebamme Kathrin Schulz hat hier ihre Basis, von der aus sie Familien in der ganzen Stadt und im Umland besucht. In der Wohnung werden verschiedene Kurse angeboten. Immer mittwochs kommen junge Eltern mit ihren Babys und Krabbelkindern zum Frühstück. Nicht nur Mütter sind dann dabei, sondern auch einige Väter. Das liegt nicht zuletzt daran, dass es mit Andreas Walther auch einen männlichen „Schutzengel“ als Ansprechpartner gibt.

In Flensburg ist der Verein schon seit vielen Jahren aktiv und aus dem sozialen Leben der Stadt kaum noch wegzudenken. Dass er sich jetzt auch in Schleswig niedergelassen hat, ist Michael Möller zu verdanken, Vorstand der VR Bank Flensburg-Schleswig. Aufmerksam geworden durch Meldungen von der großen Zahl von Schleswiger Kindern, die in Armut leben, wandte er sich an Schutzengel-Geschäftsführer Volker Syring und Vereinsvorstand Christiane Dethleffsen. Die Bank gab für den Start in Schleswig über drei Jahre jeweils 20 000 Euro. Bald war auch die Wohnungsbaugenossenschaft Gewoba mit im Boot. Die Schutzengel-Wohnung stellte sie mietfrei zur Verfügung.

„Die Stadt Schleswig hat eine Sozialraumplanung veranlasst, um zu ermitteln, wo die Brennpunkte im Stadtgebiet liegen“, sagt Volker Syring. „Wir wollten nicht so lange warten, bis die Ergebnisse vorliegen, sondern sofort etwas unternehmen.“ Dass der Stadtteil Schleswig-Süd rund um die Erikstraße eine Gegend ist, in der Hilfe besonders nötig ist, liegt für ihn auf der Hand. In den Geschosswohnungen aus den sechziger Jahren leben viele Familien in prekären Verhältnissen.

23 junge Schleswiger Familien nehmen die Hilfe der „Schutzengel“ bereits in Anspruch. „Uns machen sie gerne die Tür auf“, sagt Christiane Dethleffsen. „Unsere Mitarbeiter bekommen von der wahren Situation in der Familie oft viel mehr mit als das Jugendamt oder der Kinderarzt.“

Syring hofft nun darauf, dass das Angebot in der Stadt schnell bekannter wird. Dann ließen sich weitere Spenden und auch ehrenamtliche Helfer gewinnen, wie es sie in Flensburg bereits in großer Zahl gibt. Die lokale Prominenz ist bereis auf die Schutzengel aufmerksam geworden. So informierte sich kürzlich die neue CDU-Bundestagsabgeordnete Sabine Sütterlin-Waack über das Projekt und versprach, auch in ihrer Heimatgemeinde Lürschau dafür zu werben.

 

>Familienhebamme Kathrin Schulz ist zu erreichen unter 01 70/6 35 11 96.

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