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Werkstatt-Tage in Schleswig : Die eigenen Talente entdecken

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Siebt- und Achtklässler der Gemeinschaftsschulen nehmen teil an einem Projekt in den Räumen der WHP.

Es ist eine beruhigende Erkenntnis, die Alina Franke (14), Achtklässlerin aus Süderbrarup, über sich gewinnen konnte. „Ich bin ziemlich universal talentiert“, sagt sie und legt für kurze Zeit ihren Malpinsel zur Seite. Gerade hat sie ein imposantes Wandbild fertiggestellt und ist sichtlich zufrieden mit ihrem Werk, das sie und ihre Freundin darstellen soll. Dass sie, wie auch Mitschülerin Lilea Nael Czaja, auf verschiedenen Feldern die eigenen Talente entdecken und ausprobieren kann, ist dem Berufsorientierungsprogramm (BOP), das vom Bund gefördert wird, zu verdanken. „Unser Programm richtet sich an 7. und 8. Klassen in Gemeinschaftsschulen“, erklärt Cem Sadik, einer der Koordinatoren des Projekts Werkstatt-Tage, das gerade in den Räumen der WHP (Wirtschaftszentrum Handwerk Plus GmbH) am Ilensee läuft. Etwa 900 bis 1200 Gemeinschaftsschüler aus den Schulen in Schleswig und dem Umland nehmen jährlich am Programm teil und können hier zwei Wochen lang zehn verschiedene Gewerke unter Anleitung ausprobieren – als Vorstufe zu einem späteren Praktikum. Zuvor findet an den jeweiligen Schulen für jeden Schüler eine sogenannte Potenzialanalyse statt, um eigene Stärken herauszufinden. Während der Werkstatt-Tage dann durchlaufen die Schüler vier Gewerke, berichtet Organisatorin Silke Nossenheim. Zur Auswahl stehen die Bereiche Kfz, Metall, Holz, Pflege, Malerei, Hotel- und Gaststättengewerbe, Verkauf, Wirtschaft und Verwaltung, Garten- und Landschaftsbau sowie Hauswirtschaft.

Anja Moeskes, Leiterin der Gallberschule, und Birgit Timm, Projektbeauftragte an der Dannewerkschule, zeigen sich begeistert von diesem Bundesprogramm, das schon vielen Schülern den Weg in die Zukunft gewiesen habe. Moeskes hat beobachtet: „Manche Schüler sind nach diesen Werkstatt-Tagen über sich selbst erstaunt.“

Während ein Achtklässler am Hobeltisch in der Holzwerkstatt gerade etwas ratlos versucht, die Säge an der richtigen Stelle anzusetzen, wirken die beiden Mädchen mit dem Malerpinsel in der Hand selbstbewusst und zufrieden mit dem, was sie tun. Lilea Nael (13) kann sich gut vorstellen, tatsächlich ins Malerhandwerk zu gehen: „Dass ich gut tapezieren kann, hat man mir hier schon gesagt.“ Und Alina Franke, das Mädchen mit dem Universaltalent, denkt darüber nach, Musical-Darstellerin zu werden: „Denn singen mag ich gern, und tanzen kann ich auch.“

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