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Friedrich Jr. : Deutsche Chansons aus dem Gartenhaus

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Gruppe Friedrich Jr. aus Sörup bringt im Mai eine CD heraus und peilt Radio-Hits und Chartplatzierungen an

von
erstellt am 22.Jan.2014 | 12:46 Uhr

Jan Hamann (34), Christoph Blumbach (35) und Bartosz Ruff (36) sind eine Band. Das allein macht die Mittdreißiger natürlich nicht zu etwas Besonderem. Doch ihre Musik tut es. Die drei spielen deutsche Chansons, „voller Gefühl und bunter Geschichten“, wie sie sagen. Ihre Musik enthält keine politischen Statements, ist leicht, fröhlich, mal etwas melancholisch. Handgemachte, authentische Musik. „Das Genre hebt sich sehr von anderen ab“, sagt Jan, der „Friedrich Jr.“ – benannt nach dem zweiten Vornamen seines Vaters – im März 2011 gründete.

Das Genre ist selten, „Friedrich Jr.“ ist die einzige Chanson-Band im Kreis. „Wir haben es einfach damit probiert – und wir kommen bei den Leuten scheinbar gut an. 2013 war für uns ein richtig gutes Jahr“, sagt Jan, der Vater von zwei Kindern ist. Im weitesten Sinne sei Chanson eben Schlagermusik, „und deutsche Musik ist ja auf dem Vormarsch“. Bartosz weist darauf hin: „Wir spielen nicht nur im Vierviertel-, sondern viel im Dreivierteltakt, das machen viele Bands nicht mehr.“ Sozusagen „Walzer modern verpackt“, sagt Jan. Chanson sei einfach zeitlos, man könne ihn immer hören. Dass die drei mitunter Lieder von Freddy Quinn oder Hans Albers covern, muss niemandem Angst einjagen. Sie verleihen den wunderbaren Klassikern ihren eigenen Stil – mit Gitarre, Kontrabass, Ukulele und Akkordeon.

Ihr „Hauptquartier“ ist gerade einmal zwölf Quadratmeter groß, ein Gartenhaus auf dem Grundstück von Jans Eltern. „Ich bin sehr oft hier, schreibe Lieder“, erzählt er. Durch die großen Fenster wandert der Blick über ein großes Grundstück mit idyllischem Gartenteich. „Das hier passt genau zu unserer Musik“, findet Jan. In dem kleinen Tonstudio, in das gerade viel Geld investiert wurde, proben die drei und nehmen Lieder auf. „Auch bei Auftritten funktioniert unsere Musik auf wenigen Quadratmetern bestens“, betont er.

Der Söruper ist der Leadsänger der Band, spielt Gitarre, schreibt Texte und Melodien, „aber die Endstruktur stellen wir alle auf“. Christoph, der aus Tarp kommt und jetzt in Flensburg lebt, spielt Kontrabass, Bartosz aus Flensburg, der in Schleswig aufwuchs, spielt Akkordeon, Ukulele und Gitarre. Beide übernehmen auch den Background-Gesang. „Bartosz ist mit seinem Akkordeon eine große Inspirationsquelle für die Songs“, weiß Jan. Das Instrument passe einfach zum heiteren Sound, und die Ukulele, eine kleine hawaiianische Gitarre, tue ihr Übriges.

So munter drauf losgespielt hat die Gruppe jedoch nicht immer. Jan fiel längere Zeit aus, aufgrund einer Krebserkrankung. Zwar habe er auch während dieser schweren Zeit Musik gemacht, aber sehr eingeschränkt. „Aber nach meiner Krankheit habe ich mich ordentlich reingehängt, gleich ziemlich viele Lieder geschrieben.“ Seit Anfang 2013 ist er wieder gesund – und in diesem Jahr legte die Gruppe auch mit Auftritten richtig los. Es gab mehr als 25 Gigs – ob bei den Hamburger Hafentagen, beim Wallsbüll Open Air, auf der Rumregatta in Flensburg, beim Stadtfest in St. Peter-Ording oder beim Akustik-Festival in Schleswig. Selbst vom Management von Peter Maffay wurden sie für sein Charity-Event „Harley Trophy“ in Hamburg angefragt – sie spielten und wurden dabei von Maffay fleißig mit dem Handy gefilmt. Die vielen Auftritte hätten sie bekannt gemacht. Noch können die drei zwar nicht davon leben – Bartosz ist Lehramtsanwärter in Handewitt, Christoph Mediendesigner und Fotograf und Jan Ergotherapeut – doch sie verdienen mit ihrer Musik „nicht schlecht, und wir können uns unsere Auftritte schon aussuchen“, sagt Jan. „Die Musik gehört zu unseren Zielen, zu unserem Weg“, sagt Christoph.

Bei den ersten Auftritten 2013 waren sie noch zu viert, doch Gitarrist Hans Nissen stieg im Sommer aus Zeitgründen aus. Da war Bartosz längst zur Band gestoßen – und in dieser Besetzung wollen sie nun weiter durchstarten. „Berufsmusiker zu sein, da hätte ich richtig Bock drauf“, sagt Jan. Im Mai soll nach einer Demo-Platte, die 2012 erschien, ihre erste richtige CD fertig sein – und die drei hoffen, sich im Radio zu hören und vielleicht sogar in den Charts vertreten zu sein. Ihr größter Traum ist eine Tournee, 30 Lieder haben sie derzeit in ihrem Repertoire.

Die drei, die seit jungen Jahren alle in Bands gespielt haben, sind optimistisch, dass sich „Friedrich Jr.“ einen Namen machen wird. Jan sagt aber: „Wir sind keine Götter in unserer Musik. Aber wenn wir spielen, finden uns die Leute schnell sympathisch.“ Bartosz erklärt: „Uns geht es nicht um die Virtuosität, sondern um die schöne Stimmung.“

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