Dannewerkschule : Deutsch lernen mit Wohlfühlfaktor

Haidar Charour zeigte gestern mit Schülern des DaZ-Zentrums, wie man auch spielerisch  Deutsch lernen kann.
Haidar Charour zeigte gestern mit Schülern des DaZ-Zentrums, wie man auch spielerisch Deutsch lernen kann.

Am Mittwoch wurden die neuen Räume des Zentrums für „Deutsch als Zweitsprache“ in der Dannewerkschule offiziell eingeweiht.

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14. November 2013, 12:00 Uhr

„Hier ist alles gut.“ Der 16-jährige Sahil brachte mit vier kurzen Worten genau das auf den Punkt, was die zahlreichen Redner zuvor bereits deutlich ausführlicher erklärt hatten: Denn bei der Einweihung der neuen Räume des DaZ-Zentrums gestern in der Dannewerkschule war durchweg zu spüren, wie sehr alle Beteiligten – Schüler, Lehrer, Koordinatoren, Partner – von der Entwicklung dieser 2009 gegründeten Einrichtung für „Deutsch als Zweitsprache“ begeistert sind.

Tatsächlich hat sich das Zentrum längst zu einem zentralen Bestandteil der Gemeinschaftsschule entwickelt. Inzwischen lernen hier 31 Mädchen und Jungen aus zwölf Nationen Deutsch. Bislang hatten die Schüler dabei mit einem schlichten Klassenraum Vorlieb nehmen müssen. Dank einer „äußerst großzügigen Spende“, wie die Koordinatorin des DaZ-Zentrums Katrin Keden-Laußer betonte, konnte die Einrichtung, die von Kindern aus der gesamten Region genutzt wird, nun zwei Räume im neuen Anbau der Dannewerkschule beziehen – und freundlich gestalten. Zudem stehen Lehrern und Schülern jetzt auch moderne Computer und das neueste Lernmaterial zur Verfügung.

„Es ist toll, was hier entstanden ist. Das DaZ-Zentrum sorgt für noch mehr Vielfalt an unserer weltoffenen Schule – und das ist immer eine Bereicherung“, erklärte Schulleiterin Andrea Schönberg. Katrin Keden-Laußer und ihr Kollege Stefan Brömel gaben das Lob zurück: „Wir können uns keinen besseren Standort vorstellen als hier bei euch.“

Die Idee, das DaZ-Zentrum an der Dannerwerkschule einzurichten, hatten der ehemalige Schulleiter Gerhard Plath und die damalige Schulrätin Christine Jesumann entwickelt, nachdem 2009 erstmals eine größere Gruppe jugendlicher Flüchtlinge auf einem Parkplatz an der A7 aufgegriffen wurde. Heute werden hier Flüchtlinge und Kinder von Migranten, die kein oder kaum Deutsch sprechen, gemeinsam unterrichtet. Dabei werden sie langsam an den Schulalltag herangeführt.

Sahil, der aus Afghanistan stammt und seit einem Jahr und drei Monaten in Deutschland lebt, kommt täglich mit dem Bus aus Eggebek nach Schleswig. Inzwischen kann er so gut Deutsch, dass er nur noch einmal pro Woche im DaZ-Zentrum am Unterricht teilnimmt. Das habe er nur seinen „guten Lehrern“ zu verdanken, wie er betonte.

Dieses Lob galt auch Haidar Charour. Der 26-Jährige gehört zu einer Gruppe von Lehramtsstudenten der Flensburger Uni, die die DaZ-Lehrer unterstützen. Noch, muss man sagen. Denn nur noch bis Ende des Jahres werden sie von der privaten Stiftung Mercator finanziert. „Dann müssen wir auf diese wertvolle Hilfe leider verzichten“, sagte Katrin Keden-Laußer. Auch Haidar Charour, der libanesische Wurzeln hat, wird diesen Job vermissen. „Ich weiß einfach, wie wichtig die Arbeit des DaZ-Zentrums ist“, meinte der ehemalige Dannewerkschüler.

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