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Dahl gegen Christiansen : „Despotische Züge“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Schleswigs Ex-Bürgermeister Thorsten Dahl reagiert auf wiederholte Kritik seines Nachfolgers Arthur Christiansen.

von
erstellt am 27.Okt.2014 | 16:45 Uhr

Auf den Rundumschlag folgt nun die Retourkutsche. Nachdem Bürgermeister Arthur Christiansen auf der Mitgliederversammlung des Schleswiger Bürgervereins für viele Probleme in der Stadt seinen Vorgänger Thorsten Dahl mitverantwortlich gemacht hatte (wir berichteten), setzt sich dieser nun zur Wehr. „Nun ist es Zeit, die Äußerungen von Herrn Dr. Christiansen einmal genauer und kritisch zu beleuchten und den von ihm verbreiteten Unsinn richtigzustellen und zu bewerten“, schreibt Dahl auf seinem Internet-Blog. Bisher habe er sich ganz bewusst nicht zur Arbeit seines Nachfolgers geäußert, obwohl Christiansen vehement über ihn lästere. Dahl: „Er hört nicht auf. Nun ist es Zeit für mich, einmal gegenzuhalten.“ Auf SN-Nachfrage reagierte Christiansen darauf kurz und knapp: „Ich lese keine Blogs. Ich unterhalte mich lieber in der Realität.“

In der vergangenen Woche hatte Christiansen unter anderem erklärt: „Hier war keiner, der geführt hat. Deswegen hat auch keiner die Verantwortung übernommen.“ Obwohl Dahls Name nicht ausdrücklich fiel, wusste jeder im Saal, wer gemeint war.

Als Antwort spricht Dahl jetzt von „despotischen Zügen“ bei seinem Nachfolger und verweist auf die Gemeindeordnung, nach der nicht der Bürgermeister oberstes Organ der Stadt ist, sondern die Ratsversammlung. „Spätestens wenn die Rechte der Ratsmitglieder übergangen werden, Gelder ohne Zustimmung verausgabt werden, werden Rechnungsprüfer, Rechnungshof und die Ratsversammlung selbst einschreiten“, prophezeit Dahl, der inzwischen als Versicherungsberater arbeitet.

Damit konfrontiert, sagte Christiansen: „Sie können mir glauben, dass ich die Gemeindeordnung kenne. Ich bin schon ein paar Jahre länger dabei.“ Dahl habe von der Arbeit eines Bürgermeisters offenbar eine etwas andere Auffassung als er. „Er sah sich eher als Verwaltungsdirektor.“

Indes äußert sich Dahl auch zu mehreren aktuellen kommunalpolitischen Debatten, zum Beispiel zum Abriss des alten Stadttheaters. Es sei seit drei Jahren bekannt, dass das einsturzgefährdete Gebäude abgerissen werden müsse. Diese Erkenntnis habe Christiansen nun „als brandaktuell präsentiert – erstaunlich“. Den Kampf um den Erhalt einer Landestheater-Produktionsstätte in Schleswig sieht Dahl als verloren an und wirft dem Bürgermeister vor, sich in den Gremien des Landestheaters „wie ein Elefant im Porzellanladen“ zu verhalten. Und weiter: „Glaubt Herr Dr. Christiansen allen Ernstes, dass die Theater GmbH mit dem Bürgermeister aus Rendsburg als Aufsichtsratsvorsitzenden seinen Geschäftssitz in Schleswig auf Dauer belässt?“

Über den geplanten Abriss der Schmid-Villa am Stadthafen schreibt Dahl süffisant: „Na, wenn das man nicht ins Schwarzbuch der Steuerzahler auf die Titelseite kommt.“ Eine Anspielung auf Schleswigs jüngste Erwähnung im Schwarzbuch, bei der es um marode Holzstege an den Königswiesen ging, was Christiansen als „Altlast“ bezeichnet hatte, womit er wiederum die Verantwortung seinem Vorgänger zuschob. „Schlechter Stil“, sagt Dahl dazu. „Ich habe alle vor knapp 13 Jahren übernommenen Altlasten niemals zum Thema gemacht und irgendwem Schuld zugewiesen, sondern habe aktiv an deren Lösung gearbeitet.“

Dahls Blog: thorsten-dahl.blog.de

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