Der Wirt sollte zum Dorf passen

Käufer gesucht: Gasthof 'Hoier-Boier'. Foto: lorenzen
Käufer gesucht: Gasthof "Hoier-Boier". Foto: lorenzen

Avatar_shz von
04. März 2011, 12:44 Uhr

Bergenhusen | Seit rund 100 Jahren gibt es diesen Gasthof - mitten im idyllisch gelegenen Dorf. Seit Ende 2010 ist der "Hoier-Boier" komplett geschlossen. Die Gemeinde hat zwar noch Gastronomie-Betriebe, aber keinen Saal mehr, in dem die zahlreichen Vereine und Organisationen ihre Feste feiern können.

"Es ist ein wichtiges Anliegen, dass die Gaststätte wieder betrieben wird", sagt der Bürgermeister. Das sei zum einen bedeutsam für die Dorfgemeinschaft, zum anderen aber auch für die Tagesbesucher, die in der Saison in Bussen und Autos ins Storchendorf kommen - zumal die Gemeinde jetzt verstärkt um Touristen werben wolle, wie Helmut Mumm hinzufügt. Also ist Eile geboten, denn spätestens im April werden die Störche zurückerwartet.

Vor diesem Hintergrund hat sich Eigentümer Wolfgang Medau jetzt entschlossen, den "Hoier-Boier" zu verkaufen. Mit den Pächtern habe es immer wieder Probleme gegeben, stellt der Geschäftsmann fest, der letzte habe im Oktober den Krug verlassen. "Ein Eigentümer geht anders an die Sache heran", meint Medau, der sich noch an seinen Großvater (mütterlicherseits) Hans Hoff erinnert, der den Gasthof bis Mitte der 1950er Jahre als Familienbetrieb führte. Bis Mitte der 1970er Jahre sei die Viehwage noch in Betrieb gewesen.

Als Eigentümer fühlt Medau sich heute durchaus in der Verantwortung gegenüber der Dorfgemeinschaft. "Da kann das Dorf noch so viel rühren, wenn mitten im Ort eine Gaststätte liegt, die geschlossen ist."

Wolfgang Medau, der das Haus seit zehn Jahren verwaltet, hofft, dass sich schnell ein Käufer findet, der "vom Fach" ist. Der "Hoier-Boier" wurde 1985 neu aufgebaut und erhielt dabei einen Saal mit rund 150 Plätzen. Neben einem großen Gastraum gibt es noch ein Clubzimmer und drei Gästezimmer. Dass sich die Räumlichkeiten nach dem Auszug des letzten Pächters ansehnlich präsentieren, verdanken Eigentümer und Gemeinde Hannelore Bruhn und ihrem Mann Günter. Die DRK-Vorsitzende hatte für drei Monate die Konzession erhalten, so dass noch öffentliche Veranstaltungen - wie der Neujahrsempfang des Handels- und Gewerbevereins Bergenhusen - an gewohnter Stelle stattfinden konnten.

Für diesen persönlichen Einsatz und das Engagement der örtlichen Vereine sei er dankbar, betont Medau und sagt: "Ich würde mich freuen, wenn ein Gastwirt, der gut mit dem Dorf zurecht kommt, die Gaststätte ,Hoier-Boier kauft."

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen