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Schleswigs nächster Bürgermeister : Der Wahlkampf geht weiter

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Arthur Christiansen und Frank Neubauer bereiten sich auf die Stichwahl für das Bürgermeisteramt am 20. Oktober vor. Beide Kandidaten zeigen sich siegessicher und wollen um jede Stimme kämpfen.

shz.de von
erstellt am 25.Sep.2013 | 15:32 Uhr

Der Tag nach der Wahl um das Schleswiger Bürgermeisteramt – was sagen die Gewinner und was die Verlierer zu dem Ergebnis? Die Ausgangslage: Auf ein klares Votum von 45,5 Prozent der Stimmen kann sich Dr. Arthur Christiansen als gemeinsamer Kandidat von SPD, SSW und Grüne stützen. Doch es reichte eben nicht zu der erforderlichen absoluten Mehrheit über 50 Prozent. Daher geht es für ihn und seinen CDU-Kontrahenten Frank Neubauer, der 22,1 Prozent erhielt, bei der Stichwahl am 20. Oktober ums Ganze.

Doch zuvor kommt die Fortsetzung des Wahlkampfes, vielleicht mit neuen Bandagen, auf Christiansen und Neubauer zu. Bis zur Stichwahl sind es noch einmal vier Wochen, in denen sie und ihre Teams alles geben müssen, um an die Spitze der Schleswiger Verwaltung zu gelangen. Dennoch war bei beiden gestern keine Spur von Wahlkampf-Müdigkeit zu erkennen. Eher Kampfeslust.

„Ich habe noch Puste für drei Wahlkämpfe“, erklärte der Handewitter Arthur Christiansen. Ein Wahlkampf sei für ihn eine „total geniale Angelegenheit“. Wann sonst habe man die Möglichkeit, so nah und so intensiv mit vielen Menschen ins Gespräch zu kommen. Er werde, wie in den vergangenen Wahlkampfwochen auch, weiterhin jeden Sonnabend auf dem Wochenmarkt und auf dem Capitolplatz Rede und Antwort stehen. Vom Wahlergebnis zeigte sich Christiansen „begeistert“. Seit viereinhalb Monaten sei er in Schleswig als Bürgermeister-Kandidat unterwegs – „und die Wahl hat mir gezeigt, dass ich ein echtes Angebot für die Schleswiger bin“. Dass er auf manche arrogant wirken könnte, sei für Christiansen nicht nachvollziehbar: „Ich bin nicht arrogant, nur kompetent. Und meine Kompetenz kann ich nicht wegreden.“ Dabei ziehe er „klare Ansagen einem Drumherum-Gerede“ stets vor, sagte der 48-Jährige und verweist auf Jahrzehnte lange Verwaltungserfahrungen sowie auf seine Arbeit als Handewitter Bürgermeister.

Stephan Dose (SPD-Fraktionschef), Harry Heide (SSW) und Dr. Johannes Thaysen von den Grünen zeigten sich noch am Wahlabend erfreut über das Ergebnis ihres gemeinsamen Kandidaten. „Er hat fast die absolute Mehrheit erreicht. Das ist beeindruckend“, erklärten Thaysen und Heide. Stephan Dose sieht Christiansen, wie er sagte, „am ehesten in der Lage, die Meinungen in der Schleswiger Ratsversammlung zu bündeln, da er bereits jetzt von einer deutlichen Mehrheit dort getragen wird“. Er werde auch gut mit der CDU zusammen arbeiten können, was er schon bewiesen habe, erklärte Dose.

Auch wenn Frank Neubauer nicht auf die gleiche komfortable Wahl-Ausgangslage wie Christiansen blicken kann, zeigte auch er sich unverzagt und optmistisch. Sein Jahresurlaub gebe noch drei Wochen her, sagte der gerade 50 Jahre alt gewordene Polizeibeamte Neubauer, und die werde er nutzen, um vor der Stichwahl „von Tür zu Tür“ zu gehen: „Ich kämpfe um jede Stimme.“ Ob der Bürgermeister-Wahlkampf es wert ist, derart viel Zeit und Kraft zu investieren? Neubauer: „Diese Lebenserfahrung ist für mich unbezahlbar. Davon werde ich noch meinen Enkelkindern erzählen.“

Bei der Stichwahl werden die Karten völlig neu gemischt sein, prophezeit CDU-Fraktionsvorsitzender Holger Ley. Schon die Wahlbeteiligung werde bedeutend niedriger ausfallen als es am 22. September der Fall war, was sich auf Christiansens Stimmenanteil auswirken werde. Für die CDU gelte es, die Wählerströme von den drei ausgeschiedenen Anwärtern auf Neubauer zu lenken. Optimistisch äußerte sich Steffanie Hildebrandt vom CDU-Ortsverbandsvorstand: „Christiansen hat nach meinem Eindruck sein persönliches Maximum erreicht, während Neubauer noch viele Reserven mobilisieren wird.“

Und Kandidat Ingo Haardt? „Ich bin enttäuscht. Mein inständiger Versuch, Schleswig voran zu bringen, hat nicht geklappt. Schleswig muss nun mit den Konsequenzen leben“, erklärte er gegenüber den SN. Entspannt geht Ingo Harder mit seinem Wahlergebnis um. Es sei zwar „ein wenig enttäuschend“, aber als Ratsmitglied werde er sich weiterhin um städtische Belange kümmern. Harder: „Ansonsten nehme ich alles mit Humor und bleibe der gleiche Ingo, der ich war.“

Mit viel Stehvermögen nahm am Wahlabend der nicht wieder gewählte Bürgermeister Thorsten Dahl seine Niederlage hin. „So ist das eben“, sagte er. „Es ist schade, aber es ist nun mal eine Aufgabe auf Zeit. Das ist Demokratie.“ Im Januar scheidet Dahl nach zwölf Jahren Bürgermeisterschaft aus dem Amt aus.

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