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Bürgermeister-Wahlkampf : Der Umgangston wird rauer

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Zweite öffentliche Diskussionsrunde mit den fünf Kandidaten für die Bürgermeister-Wahl

Bürgermeister Thorsten Dahl schaltete um auf Angriff. Am Montagabend empfahl er den 340 Zuhörern im vollbesetzten Saal des „Hohenzollern“ einen Blick auf die Internetseite „www.bi-handewitt.de“ zu werfen, die sich kritisch mit den politischen Geschehnissen in der Flensburger Nachbargemeinde auseinandersetzt. Dies war auf seinen Gegenkandidaten Dr. Arthur Christiansen gemünzt, der in Handewitt als Bürgermeister tätig ist. Zu ihm sagte Dahl, allerdings ohne ins Detail zu gehen: „Es ist sehr spannend, was die Bürger über dich sagen.“

Nach dieser Äußerung dürfte den meisten Zuschauern klar gewesen sein, dass die zweite öffentliche Diskussionsrunde der fünf Bürgermeister-Kandidaten interessant werden würde, zumal der Schleswiger Bürgerverein als Organisator des Abends mit Gottorfs Sprecher Frank Zarp einen versierten Moderator verpflichtet hatte. Dessen provokant-geschickte Fragen gaben der Diskussion Schwung. Zudem gelangen ihm stets geschickte Überleitungen von einem zum anderen Kandidaten, so auch nach Dahls Kritik an Christiansen. Der Angegriffene konterte prompt: Als Bürgermeister, so Christiansen, könne er es nicht allen recht machen. Und in Anspielung auf Dahls Amtsführung sagte er: „Man kann nicht immer nur nett sein, man muss auch mal Entscheidungen treffen.“

Dahl hatte im weiteren Verlauf des Abends einen schweren Stand und geriet in die Defensive. Christiansen hielt ihm ein „grottenschlechtes Krisenmanagement beim Parkhaus“ vor (siehe Artikel unten). Dazu äußerte sich auch Frank Neubauer, der das Publikum mit folgendem Satz amüsierte: „Die Rader Hochbrücke wird in drei Monaten saniert – und wir brauchen für unser Parkhaus zwei Jahre.“ Er warf Dahl zudem die langsame Entwicklung des neuen Stadtteils auf der Freiheit vor. Hier hätte Dahl mehr Einsatz zeigen müssen. Wann sei der Bürgermeister das letzte Mal dort gewesen, fragte er. Den darauf folgenden Zwischenruf von Dahl („Erst am letzten Wochenende“) kommentierte Neubauer mit den Worten: „Ich meine, um zu arbeiten, nicht um zu feiern.“ Sowohl Christiansen als auch Neubauer präsentierten sich als Macher, die im Falle ihrer Wahl „nahezu alles“ (Christiansen) besser machen wollen als der Amtsinhaber.

Die Hauptpersonen der Debatte waren Christiansen, Dahl und Neubauer. Dennoch gelang es insbesondere Ronny Haardt wiederholt, argumentative Treffer zu landen. Er positionierte sich als wirtschaftsfreundlich und bürgernah. Haardt hielt Dahl vor, dass den Anwohnern am Berender Redder Versprechungen gemacht worden seien, die nicht eingehalten wurden (Busverbindung, Tempo 50 auf der Langseestraße). Ingo Harder stellte in den Mittelpunkt seiner Beiträge wiederholt die Forderung, mehr produzierendes Gewerbe in Schleswig anzusiedeln. Auf Messen solle man für den Standort werben.

Nach zwei Stunden war die Debatte vorbei. Nach dem Applaus und den Reaktionen zu urteilen, konnten vor allem Christiansen und Neubauer punkten, was später durch die Auswertung der Umfrage bestätigt wurde.

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erstellt am 28.Aug.2013 | 08:00 Uhr

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