Guter Saisonstart : Der Tourismus zieht weiter an

Die Lage am Wasser in Kombination mit Kultur und Historie lockt Touristen in erster Linie nach Schleswig.
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Die Lage am Wasser in Kombination mit Kultur und Historie lockt Touristen in erster Linie nach Schleswig.

Gästezahlen in Schleswig und der Region liegen schon jetzt über Vorjahresniveau. Wohnmobilstellplatz am Hafen peilt 13 000 Übernachtungen an.

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16. Juli 2015, 07:02 Uhr

Die traditionell umsatzstärksten Wochen des Jahres stehen erst noch bevor. Aber schon jetzt zeichnet sich ab, dass Schleswig 2015 eine außergewöhnlich gute Tourismussaison erlebt. Denn mit Beginn des Sommers melden zahlreiche Hotels und Ferienwohungen bereits: Ausgebucht! „Die Nachfrage und Buchungslage ist absolut gut – in der ganzen Region und auch in der Stadt Schleswig. Wer jetzt noch für diesen Sommer sein Wunschquartier haben möchte, muss sich beeilen. Es wird eng“, sagt Max Triphaus, Geschäftsführer der Ostseefjord Schlei GmbH (OFS)

Letzteres gilt insbesondere für den Wohnmobilstellplatz am Stadthafen. „An sehr vielen Tagen sind unsere 80 Stellplätze komplett voll“, sagt Wolfgang Schoofs, Geschäftsführer der Stadtwerke, die den Platz betreiben. Mehr als 7500 Übernachtungen mit Wohnmobilen habe man demnach bereits seit Saisonbeginn im März gezählt. Bis Ende Oktober rechne man mit bis zu 13  000. Zum Vergleich: Im Jahr 2007 kamen noch 2450 Wohnmobile ans Schleiufer, 2010 erstmals über 5000 und 2013 rund 9200. „Dieser Stellplatz ist insbesondere in Skandinavien inzwischen weit mehr als ein Geheimtipp. Fast 50 Prozent unserer Gäste kommen aus Norwegen, Dänemark und Schweden“, sagt Schoofs, der gleichzeitig betont, dass von diesem Publikum auch die umliegende Gastronomie und die Geschäfte in der Innenstadt sehr profitierten. „Diese Rückmeldung bekommen wir immer wieder.“ Gleiches gelte für die Gastlieger im Stadthafen. Zurzeit machten dort täglich bis zu 30 Segler fest (viele davon auch aus den Niederlanden). Bis zum Ende der Saison rechnet Schoofs mit mehr als 3300 Übernachtungen.

Dass die Wirtschaft in der Stadt sowohl von den Seglern als auch von den Wohnmobilisten stark profitiert, betont auch Max Triphaus: „Bei beiden Gruppen handelt es sich um sehr zahlungskräftige Gäste. Das spürt man auf jeden Fall.“ In die Statistik der OFS jedoch werden beide Gruppen nicht eingerechnet. Hier finden sich nur die Urlauber wieder, die direkt über die Tourismusorganisation gebucht haben. Für das laufende Jahr verzeichnet man dabei schon jetzt (im Gegensatz zur Vorsaison) ein leichtes Plus von 1,5 Prozent bei den Ankünften und von 1,1 Prozent bei den Übernachtungen in der gesamten Region. In Schleswig liegt das Plus bei den Ankünften sogar bei 4,4 Prozent. Allerdings bleiben viele Gäste laut OFS-Statistik in der Stadt kürzer als bislang (minus 6 Prozent).

Die amtliche Statistik hingegen sieht anders aus. Hier werden alle Übernachtungen in Hotels und Herbergen mit zehn Betten oder mehr eingerechnet. Und hier kann die Stadt Schleswig auch ein Plus bei den Übernachtungen von 6,2 Prozent vorweisen. „Insgesamt hängt so oder so alles natürlich vom Wetter ab. Aber ich gehe schon jetzt davon aus, dass wir eine gute Saison erleben werden – und zwar in der ganzen Region“, sagt Triphaus. Diese Annahme wiederum spiegele sich auch bei den Besucherzahlen in der Tourismusinformation im Plessenhof wider. Dort habe man bislang ein Plus von 2,1 Prozent im Gegensatz zum Vorjahr registriert (im ganzen Jahr 2014 waren es rund 14  000 Gäste).

Dass einige Gäste auch gerne ein paar Tage länger in Schleswig bleiben, weiß Dirk Sitte. Er betreibt gemeinsam mit seiner Frau Gabriele das Hotel „Bed an Breakfast am Dom“ mit insgesamt acht Zimmern. „Die waren in diesem Jahr schon öfter komplett belegt. Ab nächster Woche geht es dann richtig los. Wir hoffen, diese Saison wird genauso gut wie die letzte“, sagt Sitte, der ebenfalls viele Skandinavier unter seinen Gästen zählt. Auch seine Hoteliers-Kollegin Heda Silbernagel vom Hotel „Fritz“ im Friedrichsberg blickt „guter Hoffnung“ auf die zweite Saisonhälfte. „Die Stadt ist voll. Schon jetzt sprechen sich die Hotels untereinander ab, wenn sie selbst ausgebucht sind und noch weitere Anfragen bekommen“, sagt sie. Momentan gehe sie sogar davon aus, „dass es dieses Jahr noch einen Tick besser läuft als 2014“. Dass sie ihr Hotel von bislang elf auf nun 15 Zimmer erweitert hat, habe sich also gelohnt. „Denn die Nachfrage nach Hotelbetten in Schleswig ist auf jeden Fall da.“

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