Arved Fuchs in der „Heimat“ : Der Stammgast aus der Antarktis

Alte Freunde: Arved Fuchs (rechts) und Wolfgang Schröder in der „Heimat“.
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Alte Freunde: Arved Fuchs (rechts) und Wolfgang Schröder in der „Heimat“.

Schon zum 21. Mal ist Polar-Abenteurer Arved Fuchs einer Einladung des Schleswiger Buchhändlers Wolfgang Schröder gefolgt.

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14. April 2018, 09:04 Uhr

Weißes Hemd, Sakko, Jeans. So erschien der 64-jährige Polarforscher und Buchautor Arved Fuchs am Donnerstag in der „Heimat“ auf der Freiheit zu seinem Vortrag „Kap Hoorn-Antarktis“. Wer nicht weiß, was dieser Mann schon alles erlebt hat, kann ihn sich optisch gut in einem bürgerlichen Job in einem ganz normalen Büro vorstellen. Dies scheint jedoch so gar nichts für Fuchs zu sein. Er liebt das Abenteuer fernab jeglicher Zivilisation. Zu Fuß zum Nordpol oder zusammen mit Reinhold Messner und je 130 kg schweren Schlitten 92 Tage auf Skiern zum Südpol und vermehrt Expeditionen zu Wasser; dafür steht er morgens auf. Über aktuelle und frühere Reisen – damals noch ganz ohne GPS und Mobilfunk – berichtet er eindrucksvoll in seinen Vorträgen.

Seit 1989 besitzt Arved Fuchs das Expeditionsschiff „Dagmar Aaen“, das seinen Heimathafen in Flensburg hat. Mit ihm umrundete er 2015 Kap Hoorn und bereiste die Antarktis. Kap Hoorn gilt als die gefährlichste Passage auf den Seewegen der Weltmeere aufgrund der dortigen Witterungsbedingungen. Haushohe Wellen, wo Pazifik und Atlantik aufeinander treffen, Kälte und Wind machten das Kap, die südlichste Spitze Südamerikas, zum größten Schiffsfriedhof der Welt. Viele sind hier schon gescheitert. Auch wenn Fuchs immer wieder betont, dass die Sicherheit seiner Crew bei allen Unternehmungen an erster Stelle steht: Ungefährlich sind seine Reisen also nicht. „Einfach nur in der Karibik segeln, wäre mir zu langweilig. Abgesehen von der Hurrikansaison ist das Wetter dort immer gleich. Dort, wo ich segle, ändert sich das Wetter minütlich. Dieser Lichterwechsel zwischen Sonne und Wolken. Ich mag das“, erklärt Fuchs in seinem Vortrag, der überwiegend aus beeindruckenden bewegenden Bildern und Fotos auf einer Großleinwand besteht. Die rund 500 Zuhörer bekommen einen Einblick in die Vorbereitungen einer Expedition und das Leben an Bord. Besonders die Aufnahmen der antarktischen Landschaft und der dortigen Tierwelt, untermalt mit stimmungsvoller Musik, lassen das Publikum nachvollziehen, warum es Fuchs hierher zieht. „Die Eisberge sehen aus wie in einem Skulpturenpark. Der ständig wechselnde Lichteinfall und die unterschiedlichen Formen wirken, als ob ein Künstler ständig etwas Neues schafft.“

Buchhändler Wolfgang Schröder hatte Arved Fuchs am Donnerstagabend bereits zum 21. Mal nach Schleswig eingeladen. Christine Radomski und ihr Freund Alexander Fick waren schon mehrmals dabei. Am Donnerstag hatten sie Christines 17-jährigen Bruder Niklas dabei: „Ich hatte gar keine Ahnung, was mich hier erwartet und habe mich einfach mal überraschen lassen. Christine und Alexander hatten recht, es waren wirklich beeindruckende Bilder und Geschichten. Die Mischung zwischen den gezeigten Videos und den Erzählungen von seinen früheren Expeditionen hat mir sehr gut gefallen“, sagt er anschließend. Gundula Jürgensen aus Busdorf war ebenfalls in der „Heimat“. „Mein Mann ist Kapitän zur See und liest alle Bücher von Arved Fuchs. Im Urlaub sind beide gerne gemeinsam auf dem Wasser. Wie auch Jürgensens Freunde Sven und Nicole Bache aus Schleswig werden sie im Sommer und Herbst in Griechenland aufs Boot steigen. „Wir haben nichts gegen Wellen, aber die wir heute hier gesehen haben, die waren uns zu hoch“, sagt Nicole Bache am Ende des Vortrages nicht unbeeindruckt. „Außerdem haben wir es gerne warm. Uns ist selbst die Ostsee zu kalt“, fügt Ehemann Sven hinzu. Einig waren sich alle darüber, dass die gezeigten Bilder über Plastik und Müll im Meer alarmierend sind. „Ich könnte hier nur wunderschöne Landschaftsbilder zeigen, aber das wäre nur die halbe Wahrheit“, so Fuchs besorgt.

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