Der singende Entwicklungshelfer

Peter Matz (51) bezeichnet sich selbst als klassischen Liedermacher.
Peter Matz (51) bezeichnet sich selbst als klassischen Liedermacher.

Liedermacher und Neu-Schleswiger Peter Matz hat seine fünfte CD veröffentlicht

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26. Juli 2019, 18:08 Uhr

Schleswig | Die besten Ideen, sagt Peter Matz, kommen ihm im Flugzeug in den Sinn. Da sei schon was dran, dass man, wie in dem bekannten Lied, „über den Wolken“ einen ganz anderen Blick auf die Dinge habe. Da passt es doch ganz gut, dass Matz als Entwicklungshelfer ständig in irgendeinem Flieger sitzt – und gleichzeitig Liedermacher ist. Eines seiner Vorbilder: na klar, Reinhard Mey.

2005 fing Matz an, eigene Lieder zu schreiben und sie – typisch für einen klassischen Liedermacher – selbst mit der Gitarre und dem Klavier zu begleiten. Jetzt veröffentlicht der 51-jährige Neu-Schleswiger seine bereits fünfte eigene CD. „Paper Planes“ heißt sie. Darauf finden sich elf Songs, die meisten auf Deutsch, manche auch auf Englisch. „Das mache ich immer so. Ich mag den Mix“, sagt Matz.

Im vergangenen Winter war der gebürtige Neumünsteraner mit seiner Familie aus Hessen nach Schleswig gekommen. Seine Frau Sandra ist die neue Pastorin an der St. Pauluskirche. Mit ihr teilt er die Leidenschaft für die Musik. So hat sie bei zwei Liedern auf der neuen CD sogar den Gesangspart übernommen. „Sie hat eine wunderbare Stimme“, lobt ihr Mann, der selbst unter anderem Gospel-Workshops leitet.

Er verbringe viel Zeit mit dem Schreiben von Liedtexten und insgesamt mit der Musik, erzählt Peter Matz. Wenn nicht im Flugzeug, dann gerne in gemütlichen Cafés. Auch in Schleswig hat er schon ein paar davon entdeckt. Zwar sei sein Beruf Entwicklungshelfer, „aber das Musizieren, das Kreativ-Sein ist mir genau so wichtig.“ Seine neue Platte, die er noch in einem Studio in Offenbach aufgenommen hat, sei sehr persönlich geworden. Da geht es um Themen wie das Vater-Sein, seine Kinder, die Liebe oder auch die Suche nach dem Glück oder dem Sinn des Lebens. Tiefgründig zwar, aber immer auch mit einer Portion Lockerheit.

Zwei Jahre hat er an den Liedern für das neue Album gearbeitet. Parallel dazu hat sich Matz aber auch um andere Musikprojekte gekümmert. Denn nachdem er Kursteilnehmer an der „Celler Schule für Textdichter“ war, hat er auch das Schlager-Genre für sich entdeckt – allerdings nur als Schreiber von Songtexten und nicht als Sänger. „Das ist eine ganz andere Welt, die aber auch sehr viel Spaß macht“, sagt er.

Oft arbeite man im Team und komponiere so gemeinsam ein Lied. „Das genieße ich, zumal es etwas ganz Frisches hat.“ Den ersten kleinen Erfolg konnten er und seine Mitstreiter bereits verbuchen: Die durchaus erfolgreiche österreichische Schlager-Band „Die Grubertaler“ singt nun ihren Song „Es hat uns nur der Mond gesehen“.

Mit ganz anderen Themen beschäftigt sich Peter Matz hingegen, wenn er beruflich unterwegs ist. Zwei Jahre hat er in Angola gelebt, war lange für eine Unterorganisation der Vereinten Nationen in vielen Ländern Afrikas und Asiens im Einsatz. Inzwischen ist er selbstständiger Entwicklungshelfer. Seine Auftraggeber sind unter anderem Unicef, Plan International und die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Dabei ist Matz Experte für die Themen Bildung und Kinderarbeit. In drei Wochen fliegt er nach Jordanien in ein Lager, in dem syrische Flüchtlinge leben. Im August steht ein Einsatz im westafrikanische Guinea auf dem Programm. „Da gibt es überall unglaublich viel zu tun“, sagt Peter Matz. Umso mehr sucht er dann Entspannung und Ablenkung in der Musik. „Ansonsten können die Abende, allein in irgendeinem afrikanischen Hotel, auch ziemlich lang werden.“

> Matz’ Lieder gibt es im Internet u.a. bei Amazon und Spotify, Videos bei Youtube. CD-Bestellungen und Hörproben: www.peter-matz.de.

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