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Schleswig : Der Schwimmhalle geht es an die Substanz

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der erste Teil der Renovierungsarbeiten im Bad an der Friedrich-Ebert-Straße hat begonnen. Die gesamte Umgestaltung soll bis Herbst 2015 vollendet sein.

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erstellt am 04.Aug.2014 | 07:54 Uhr

Dass die Schleswiger Schwimmhalle in der Friedrich-Ebert-Straße saniert wird, hatte die Ratsversammlung erst Anfang Juli abgesegnet. Nur eine Woche später legten die Stadtwerke, die die Halle betreiben, dann mit den Arbeiten los. Seitdem wird insbesondere unter dem großen Becken alles dafür getan, damit das Bad auch in den kommenden zehn bis 15 Jahren bedenkenlos weiter genutzt werden kann.

„Es geht jetzt in erster Linie darum, die Betonpfeiler, die das Becken stützen, zu sanieren und somit die Standfestigkeit beizubehalten“, sagt Uwe Ruff, Leiter Technischer Service bei den Stadtwerken. Tatsächlich sehen die Pfeiler schon auf den erster Blick stark angegriffen aus. „Die Korrosion ist höher als gedacht. Der Beton ist porös, so kann Sauerstoff eindringen und die Eisenstreben, die in den Stützen sitzen, angreifen. Wenn die dann rosten, kann der Pfeiler aufplatzen“, erklärt Ruff.

So weit sei es allerdings noch lange nicht. Die Schäden habe man rechtzeitig erkannt, es gehe hier um vorbeugende Maßnahmen. Gleiches gelte für ein Dichtigkeitsband, das beim Bau der Halle, die im April 1970 eingeweiht wurde, um das Schwimmbecken gelegt wurde. „Die darin enthaltenen Weichmacher sind allerdings längst raus. Deshalb ist in den letzten Jahren auch kontinuierlich Wasser durchgesickert“, sagt Ruff. Nun hat man Löcher in den Boden gebohrt, um dann unter hohem Druck (80 Bar) Kunstharz überall dorthin zu verteilen, wo das Dichtigkeitsband Risse hat. „Dann sollte es wieder dicht sein.“

Aber nicht nur unterhalb des Bades wird zurzeit kräftig gearbeitet. Auch im Becken selbst werden Kacheln ausgetauscht und Fugen ausgebessert. Dazu wurde, wie in jeder Sommerpause, das Wasser einmal komplett abgelassen. Bis die Halle am 11. August wiedereröffnet, wird nun in den kommenden Tagen neues eingefüllt – rund eine Million Liter. Eine Etage höher wiederum, auf dem Dach der Halle, sind die Arbeiten schon erledigt. Dort wurden Schäden, die der Orkan Christian im Oktober 2013 angerichtet hatte, und die zunächst nur provisorisch behoben wurden, endgültig beseitigt.

Wenn die Pflicht erledigt ist, steht als nächstes die Kür an. Bis die Badegäste allerdings konkrete optische Veränderungen in der Schwimmhalle wahrnehmen können, wird ein weiteres Jahr vergehen. Bis Herbst 2015, so Stadtwerke-Chef Wolfgang Schoofs, sollen die Sanierung des Bades und die Neugestaltung der Sauna abgeschlossen sein. Auf 1,5 bis zwei Millionen Euro werden die Gesamtkosten dafür geschätzt. Darin enthalten sind unter anderem eine komplette Umgestaltung des Eingangsbereiches inklusive Kasse, Lounge und Kiosk, eine Renovierung der Duschen und Toiletten, die Vergrößerung des Kleinkinderbeckens und die Einrichtung eines Multifunktionsraumes, den die Vereine ebenso nutzen können wie Familien für Kindergeburtstagsfeiern. Hinzu kommt der Aufbau einer komplett neuen und erweiterten Saunalandschaft.

„Wir haben einen Bäderarchitekten, einen Saunabauer und auch einen Marketingfachmann engagiert, die nun im Team ein neues Konzept erarbeiten sollen, damit der gesamte Komplex ein neues, frischeres Erscheinungsbild bekommt. Bei einem Schwimmbad geht es immer auch um den Wohlfühlfaktor“, sagt Schoofs. Bis Herbst würden die Ausschreibungen fertig sein, dann könne es losgehen. „Und im September 2015 können unsere Gäste dann das Gesamtergebnis betrachten.“

 

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