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Sanierung von St. Petri : Der Schleswiger Dom wird zur Großbaustelle

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Seit Jahren bröckelt der Schleswiger Domturm. Jetzt ist eine Lösung für das Problem in Sicht.

von
erstellt am 01.Dez.2015 | 19:54 Uhr

Schleswig | 17,3 Millionen Euro soll die Sanierung des Schleswiger St.-Petri-Doms kosten. „Auch mir stockte bei dieser Summe zunächst der Atem“, räumte Bischof Gothart Magaard gestern bei einem Pressegespräch ein. Doch dass dringender Handlungsbedarf bestehe, sei spätestens seit 2011 unübersehbar, als vor dem Hauptportal ein Gerüst errichtet werden musste, um Besucher des Gotteshauses vor herabfallenden Steinteilen zu schützen. Umso dankbarer sei er, betonte Magaard, dass der Haushaltsausschuss des Bundestages vor kurzem Fördergelder in Höhe von 8,65 Millionen Euro zugesagt hatte. Dienstagabend informierte der Bischof im Dom interessierte Bürger über das Vorhaben, das Ende nächsten Jahres beginnen und spätestens 2020 abgeschlossen sein soll.

Dabei steht die Finanzierung im Ganzen noch gar nicht, wie Magaard einräumte. Denn auch wenn der Bund die Hälfte der Kosten trägt, müssten weitere Gelder eingeworben werden. „Wir werden auf viele Förderer angewiesen sein“, sagte der Bischof. In Kürze werde man Gespräche mit dem Land und der Stadt Schleswig führen. Darüber hinaus hoffe er auf die Unterstützung von Stiftungen sowie von privaten Spendern. Und selbstverständlich müsse auch die Nordkirche in ihre Kassen greifen.

Achim Munzinger vom Architektur- und Generalplanerbüro Dr. Krekeler (Brandenburg/Berlin) stellte das Sanierungskonzept vor. Es sieht eine umfassende Instandsetzung des Turmschafts und der Westfassade vor. Die Turmpfeiler sollen eine Verkleidung aus Kupferblech erhalten, die auch Schutz vor Schlagregen bietet. Das Kupfer werde nicht grün anlaufen, versprach Munzinger. Da das Mauerwerk zwischen den Strebepfeilern erheblich geringere Schäden aufweist, können hier weniger aufwendige Reparaturarbeiten vorgenommen werden. Die Giebel der Westfassade werden im oberen Bereich vollständig erneuert, der untere Bereich wird umfassend instand gesetzt.

Der 112 Meter hohe Turm wird bis zur Spitze eingerüstet werden, denn auch an der stählernen Konstruktion des Turmhelms müssen Sanierungsarbeiten vorgenommen werden. Und auch im Inneren des Domes werden Handwerker anrücken, um die Schäden, die die eindringende Feuchtigkeit verursacht hat, zu beseitigen. Details dazu sollen im ersten Quartal 2016 vorgestellt werden.

Munzinger erläuterte auch, wie es zu den Schäden am Schleswiger Wahrzeichen kommen konnte. Schon bald nach der Fertigstellung des Turmes 1894 seien erste Mängel festgestellt worden. Bei der umfangreichen Sanierung der Backsteinfassade in den 50er Jahren habe man dann nicht frostfreie Ziegel sowie einen zu harten Mörtel verwendet, der zu den Rissen in den Steinen geführt habe. Durch die Risse wiederum dringe Regenwasser ins Mauerwerk und längst auch ins Dominnere ein. Sanierungsmaßnahmen in den 90er Jahren hätten den Wassereintrag nur kurzfristig verhindern können. Munzinger stellte aber auch klar: „Der Domturm hat keine statischen Mängel.“

Dass die jetzt anstehende millionenschwere Sanierung Sinn macht, steht für alle Verantwortlichen außer Frage. Bischof Magaard: „Wir haben es schließlich mit einem ganz besonderen Ort zu tun. Ich wünsche mir eine hohe Akzeptanz dessen, was wir hier vorhaben.“

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