Der Riese von Ulsnis ist zu Hause

An seinem Bestimmungsort mitten im Ort wurde der Riese vom Radlader auf einen Kran umgehängt. Foto: Kuhl
An seinem Bestimmungsort mitten im Ort wurde der Riese vom Radlader auf einen Kran umgehängt. Foto: Kuhl

Die Skulptur des Stahlkünstlers Andi Feldmann wurde gestern an ihren Bestimmungsort befördert / Heute offizielle Einweihung

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06. Oktober 2012, 11:11 Uhr

Ulsnis | Gestern wurde der fast fünf Meter hohe "Riese von Ulsnis" zu seinem endgültigen Standplatz in der Schleigemeinde gebracht. Hatte Bauherr und Stahlkünstler Andi Feldmann ursprünglich damit gerechnet, für den Transport ein eigenes Gerüst bauen zu müssen, gelang die Beförderung sogar mithilfe einiger Kanthölzer und Schraubzwingen. Ein großer Radlader schob seine Gabeln unter die Achseln der riesigen Figur. Ein Balken vor dem Mund des Riesen fixierte die Skulptur. Den etwa einen Kilometer langen Weg von Feldmanns Werkstatt im Hinterland von Ulsnis an die Schleidörfer Straße in die Nähe des Kindergartens begleitete eine kleine Karawane aus einem halben Dutzend Fahrzeuge.

Obwohl es regnete und der Transporttermin aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich bekannt gemacht worden war, waren doch fast 50 Neugierige zu dem Spektakel gekommen. Zunächst wurde der Riese gewogen. 900 Kilogramm zeigte die Lkw-Waage der Futtermittelfabrik an, als die Figur - noch ohne ihr Fundament aus Stein - dort abgestellt wurde.

Für die Aufstellung wurde der Riese schließlich von seinem Beißholz sowie den Schraubzwingen befreit und an einen Kran gehängt. In relativ kurzer Zeit konnte die Figur eingeschwenkt und mit 18 daumendicken Bolzen verschraubt werden, die nun aus dem 14 Tonnen schweren Fundament herausschauen. Spontan spendeten die inzwischen triefend nassen Zuschauer Beifall.

"Hast Du das bei Meister Röhrich gelernt?", fragte ein Zuschauer in Anspielung auf die Werner-Comics, die Feldmanns Bruder Rödger alias Brösel schuf. Und Feldmann antwortete: "Ja, aber manchmal muss ich mich über mich selbst wundern, was ich so alles hinkriege." Vor dem Verschrauben hatte er noch eine versiegelte Flasche unter einem Fuß untergebracht, die wie in einem Grundstein die Geschichte des Riesen und den Vertrag zu seiner Herstellung enthält.

Probleme gab es nur bei der Einpassung des Steins, den der Riese wurfbereit in den Händen hält. Der "Klumpi" genannte Brocken ist aus Gewichtsgründen aus Kunststoff gefertigt und passte gut in die Handflächen. Nur die Schrauben, mit denen er fixiert werden sollte, fanden nicht gleich ihr Ziel. Erst massiver Hydraulik-Einsatz löste dieses Problem. Zuletzt wurde der Riese noch in eine Plane eingeschlagen. Denn die offizielle Enthüllung, zu der auch die Öffentlichkeit eingeladen ist, findet heute um 15 Uhr statt.

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