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Schleswiger Nachrichten

22. Oktober 2017 | 03:43 Uhr

An der B76 : Der Radweg hat die Beulenpest

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die sanierte Stecke zwischen Fahrdorf und Busdorf ist bereits wieder kaputt. Der Landesbetrieb Straßenbau will den Abschnitt heute untersuchen.

shz.de von
erstellt am 11.Okt.2017 | 07:00 Uhr

Lange wehrte die Freude an diesem Fahrradweg nicht. Fast genau drei Jahre ist es erst her, dass der damalige Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) den Streckenabschnitt der B76 zwischen Busdorf und Fahrdorf nach sechswöchiger Sanierungsphase wieder freigab. Sowohl die Bundesstraße als auch der angrenzende Radweg wurden damals für insgesamt rund 1,4 Millionen Euro erneuert. Doch aus dem sanierten Radweg ist mittlerweile eine gefährliche Hubbelpiste geworden.

„Ich vermeide es, diese Strecke mit dem Fahrrad zu fahren“ sagt Henk Schmidt-Bergemann. „Wenn nötig fahre ich dann eher auf der Straße“, sagt der passionierte Radfahrer, der sich auch beim Fahrradclub ADFC engagiert. Rund sechs Kilometer Radfahrstrecke wurden 2014 mit einer damals makellos glatten Asphaltdecke versehen. In der knapp 750 Meter langen Senke zwischen dem Campingplatz Haithabu und dem Fahrdorfer Ortseingang ist der neue Belag jedoch schon wieder kaputt. Rund 50 teils bis zu 8 Zentimeter hohe Beulen sorgen dafür, dass Radfahrer und Inline-Skater hier ordentlich durchgeschüttelt werden. Doch woher kommen die merkwürdigen Beulen?

Dem Landesbetrieb für Straßenbau Schleswig-Holstein sind solche Probleme normalerweise nicht bekannt. „Hier oben bei uns kommt es auf Fahrradwegen im Regelfall nicht zu Blasenbildung“, erklärt Serkan Güllü vom Landesbetrieb. Weiter südlich würden wegen der wärmeren Temperaturen hingegen häufiger solche Blasen entstehen. „In unserem Bereich sorgen meistens Baumwurzeln, Schilfrohre oder andere Pflanzen für Asphaltbruch“, so Güllü. Was nun jedoch Ursache für die seltsamen Hubbel auf dem frisch sanierten Radweg ist, könne er sich ohne genauere Untersuchung nicht erklären.

Heute soll daher ein Gutachter vom Landesbetrieb die besagte Stelle in Augenschein nehmen. „Wenn nötig, müssen wir dann Bohrungen vornehmen und schauen, was genau das Problem ist“, so Güllü. Falls festgestellt werden würde, dass bauliche Fehler Ursache für die Beulen sind, so müsse normalerweise die Straßenbaufirma, die damals für die Sanierung verantwortlich war, für eine neuerliche Ausbesserung aufkommen. Denn wie bei jeder Produktion gibt es auch für Straßen und Radwege ein Garantie. Drei Jahre beträgt diese im Falle der B76-Sanierung. Zu spät also, um den Radweg zu reklamieren? Schließlich wurde Sanierung gestern vor genau drei Jahren offiziell abgeschlossen. „Eigentlich nicht. Kurz bevor eine Garantie ausläuft, bekommen wir normalerweise eine Meldung vom System“, erklärt Güllü. Falls die Firma jedoch nicht für die Blasenbildung verantwortlich oder die Garantie tatsächlich schon erloschen ist, dann müssten Radfahrer wohl noch lange mit der Hubbelpiste zwischen Haithabu und Fahrdorf leben.

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