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Schleswiger Nachrichten

11. Dezember 2017 | 07:33 Uhr

„Xaver“ : Der Orkan richtet kaum Schäden an

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Geschlossene Geschäfte, leere Straßen: Auch wegen umfangreicher Vorsichtsmaßnahmen hat „Xaver“ die Stadt gestern weitgehend verschont

von
erstellt am 06.Dez.2013 | 07:45 Uhr

Treffender hätte man es wohl kaum ausdrücken können. „Ich komm’ mir vor wie an einem Sonntagnachmittag“, meinte Helmut Voigt, als er gestern gegen 16 Uhr als einer von nur ganz wenigen Schleswigern durch die Ladenstraße ging. „Ich weiß gar nicht, wo die Leute alle sind. Wir sind doch Norddeutsche, da sind wir ganz andere Stürme gewöhnt“, meinte Voigt, der zumindest aber seinen Hut festhalten musste.

Tatsächlich aber hatte „Xaver“, zumindest bis zum Abend, nicht annähernd die Kraft, die Orkan „Christian“ Ende Oktober entwickelt hatte. Von abgedeckten Dächern und umgestürzten Bäumen war gestern nichts zu sehen. So konnte auch Stadtwerke-Geschäftsführer Wolfgang Schoofs seine Mitarbeiter um 18 Uhr nach Hause schicken. „Sie sind aber über Handys weiter in Bereitschaft. Wenn doch noch was kommt, rücken wir natürlich sofort aus. Außerdem stehen wir im ständigen Kontakt zum Technischen Hilfswerk“, erklärte Schoofs. Bis zum frühen Abend allerdings habe es keinen einzigen nennenswerten Einsatz gegeben.

Das allerdings könnte auch an den eindringlichen Warnhinweisen der vergangenen Tage gelegen haben. Denn offenbar haben die meisten Schleswiger im Vorfeld des Sturms umfangreiche Sicherungsmaßnahmen an ihren Häusern und in den Gärten ergriffen. Gefährdete Äste wurden abgesägt, Blumentöpfe wanderten in die Garagen, Fahrräder und Mülltonnen in den Schuppen.

Auch der Weihnachtsmarkt wurde vorsorglich vom Stadtmanagement komplett abgesperrt. Im Stadtweg brachten die Kaufleute ihre Aufsteller und Auslagen in Sicherheit. Viele Läden – darunter I.D. Sievers, Liesegang, Schuh Kay und Vero Moda – machten gegen Mittag gleich ganz zu, so dass die Innenstadt spätestens seit dem frühen Nachmittag wie ausgestorben wirkte. „Hier ist heute nichts los. Den ganzen Tag über kommen nur hin und wieder mal Kunden in den Laden“, sagte Stefanie Grewe, Verkäuferin beim Modehaus C&A, das als eines von wenigen Geschäften bis 18 Uhr geöffnet war. Gemeinsam mit ihren Kollegen habe sie aber zumindest die Zeit nutzen können, um „die ein oder anderen Sachen umzuräumen. Das ist ja auch mal nicht schlecht“, meinte Grewe.

Dabei hätten gestern genügend Schleswiger Zeit zum Shoppen gehabt. Denn nicht nur die Schulen und Kindergärten waren geschlossen. Im Laufe des Tages meldeten auch immer mehr – zumeist öffentliche – Einrichtungen, dass sie ihre Türen mit sofortiger Wirkung schließen und die Mitarbeiter nach Hause schicken. Das galt unter anderem für das Stadtmuseum, die Bücherei, die Gerichte und den Servicebereich des Rathauses. Auch die Lesung mit dem Schriftsteller Hans Joachim Schädlich im Oberlandesgericht wurde abgesagt. Der Weihnachtsmarkt auf der Gottorfer Schlossinsel, der eigentlich am Freitag eröffnet werden sollte, beginnt nun erst am Sonnabend.

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