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Schleswiger Nachrichten

18. August 2017 | 22:40 Uhr

Schleswig : Der neue Bischof ist eingezogen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Gothart Magaard steht seit Mai dem Sprengel Schleswig und Holstein vor. Er möchte „Pastoren und Ehrenamtlichen den Rücken stärken“.

Heute in Schleswig, morgen in Dithmarschen und übermorgen in Ostholstein – wo Bischof Gothard Magaard unterwegs ist, umgeben ihn die äußerst reizvollen Landschaften seines Sprengels Schleswig und Holstein. Und der ist mit mehr als 1,1 Million Mitgliedern und acht Kirchenkreisen der größte innerhalb der Nordkirche. Vor wenigen Tagen, am 1. Mai, hat Magaard offiziell seinen Amtssitz in der Plessenstraße bezogen. Am 11. April war er von der Landessynode zum neuen Bischof gewählt worden. Eineinhalb Tage in der Woche will er künftig in der Bischofsstadt an seinem Schreibtisch verbringen, um Gespräche zu führen und die Korrespondenz zu erledigen. Gestern war so ein Schleswig-Tag.

Wie fühlt er sich mit seiner neuen Aufgabe und was erscheint ihm dabei besonders wichtig? „Ich möchte vor allem den Menschen, die sich um andere kümmern und die für die Kirche tätig sind, den Rücken stärken“, sagt er nach einigem Abwägen. Er stehe als Seelsorger für die ehrenamtlich Tätigen, aber vor allem auch für die Pastoren im Sprengel bereit. Denn gerade sie seien oftmals weit über die eigentliche Dienstzeit hinaus, eben auch an den Wochenenden, sehr beansprucht, so dass ihnen manchmal zu wenig Zeit für sich und für ihre Familie bleibe. „Das gilt bisweilen auch für mich“, gesteht er ein. Er freue sich jeden Tag darüber, Bischof zu sein und seine Aufgaben zu erfüllen – „aber man muss aufpassen, nicht zu vergessen, sich auch Freiräume zu schaffen“. Dazu nennt er ein praktisches Beispiel: „Früher waren die Dienstbesprechungen in der Bischofskanzlei regelmäßig am Montagmorgen um 9 Uhr. Ich habe sie auf Dienstag verlegt, damit der Montag nach den vielen Terminen am Wochenende auch mal der Entspannung dient.“ Das sei er auch seiner Ehefrau, die als Lehrerin tätig ist, und seiner Familie schuldig. Die drei Töchter sind erwachsen, der Sohn macht gerade Abitur und wohnt zu Hause in Preetz. In diesem Sommer will Familie Magaard nach Schleswig umziehen, in die Bischofsresidenz vis-à-vis vom Dom.

Der Bischof hat die geistliche Leitung im Sprengel. Das bedeutet: Er kann nicht per Anweisung „durchregieren“ bis zur Kirchenbasis. Seine Führung geschieht allein durch das Wort, durch Argumentation. Als direkter Dienstvorgesetzter ist hingegen der Propst für die Pastoren in seinem Kirchenkreis zuständig.

Die Grenzen des Sprengels Schleswig und Holstein sind weit gefasst. Selbst abgelegene Gebiete wie Helgoland und die Nordschleswigsche Gemeinde in Dänemark gehören dazu. So muss der Bischof bei seinen Besuchen lange Fahrtzeiten auf sich nehmen, jedoch ohne Langeweile. Er spricht von seinem „rollenden Büro“ im Dienstwagen, wo er seinen Laptop vor sich hat, während Fahrer Andreas Köppe für den Rest sorgt. „Manchmal“, schmunzelt Magaard, „bitte ich ihn, mir zu helfen, wenn es im Computer irgendwo hakt. Er weiß dann Rat.“ Überhaupt ist ausgeprägter Teamgeist unter den Mitarbeitern in der Bischofskanzlei deutlich spürbar. Offenheit und ein fröhlicher Geist zeigen sich – etwa, wenn Sekretärin Sibylle Müller auf Besucher zugeht, die „einfach mal eine Frage an den Bischof haben“, wie gestern geschehen.

Auch auf dem Gottorfer Landmarkt am 18. Mai wird Bischof Magaard vertreten sein – mit einem musikalischen Gottesdienst zusammen mit Jugendlichen der Domgemeinde. Dabei sollen Kirchentagslieder zum Mitsingen animieren.

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erstellt am 07.Mai.2014 | 07:16 Uhr

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