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Selk schaltet Anwalt ein : Der Lärmschutzwall ist zu niedrig

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die vertraglich festgeschriebene Höhe von fünf Metern wird in einigen Bereichen nicht erreicht.

Der Selker Lärmschutzwall an der Autobahn sorgt seit seiner Errichtung 2015 für Schlagzeilen und ist immer wieder Thema in der gemeindevertretung. Das einen Kilometer lange Bauwerk wurde im Zuge der Kiesabbau-Erweiterung als Geschenk für die Gemeinde Selk vom Kiesunternehmen Harder aufgeschüttet. Erst kamen Gerüchte auf, es seien gesundheitsgefährdende Materialien verwendet worden. Das aber stellte sich nach Untersuchungen durch die Kreisverwaltung als falsch heraus.

Dann wurden Klagen laut, der Lärmschutzwall würde die Anwohner gar nicht vor dem Lärm schützen, der durch den Kiesabbau, die Autobahn und den Flugplatz in Jagel entsteht. Nun legte die Gemeinde noch einmal nach: Sie beauftragte ein weiteres Gutachten, aus dem nun hervorgeht, dass der heiß diskutierte Wall in einzelnen Bereichen nicht die erforderliche Höhe hat. Ab Erdbodenoberfläche sollen es eigentlich fünf Meter sein, so ist es vertraglich festgelegt. Die werden im nördlichen Verlauf des Walles als einigen Stellen zwar erreicht, in einigen Bereichen aber wurden lediglich 3,80 Meter gemessen. Die Ergebnisse wurden nun von Gemeindevertreter Christoph Brügmann in der jüngsten Sitzung präsentiert, an der zehn interessierte Bürger teilnahmen.

„Der Vertrag wurde nicht erfüllt“, stellte ein Anwohner fest – und darin waren sich auch die Gemeindevertreter einig. Einstimmig wurde beschlossen, in Sachen Lärmschutzwall eine rechtliche Unterstützung anzufordern. Bereits zuvor war in der Einwohnerfragestunde eine rege Diskussion über den Lärmschutzwall entstanden. Einige Anwesende hatten gefordert, noch Fragen zum Thema stellen zu dürfen, nachdem der neueste Sachstand zum Lärmschutzwall im letzten Tagesordnungspunkt der Versammlung behandelt wurde. Das lehnten Bürgermeister Klaus Dietrich und einige Vertreter zunächst ab. Die Gemeindevertreter Tilo Kolberg und Claus-Jürgen Andresen aber stärkten den irritierten Bürgern den Rücken. „Das haben wir immer so gehandhabt. Die Fragen der Bürger müssen beantwortet werden“, sagte Kolberg. „Ich finde es wichtig, dass wir das machen und den Bürgern hier ein Forum geben. Eine rege Bürgerbeteiligung finde ich gut“, so Andresen.

Einer der Anwesenden bemängelte zudem, dass es seit länger Zeit schon keine Einwohnerversammlung mehr gegeben hätte und er forderte mehr Transparenz. „Keiner will hier den Eindruck erwecken, dass etwas abgebügelt werden soll“, stellte Christoph Brügmann fest. Letztlich war der Ärger verflogen, keine der aufgekommenen Fragen blieb unbeantwortet.

Mit Bürgerbeteiligung der Anwohner aus dem Buchenweg wurde nun eine Unterschriftenliste überreicht, die eine weitere Verkehrsberuhigung in den Straßen Buchenweg und Matzenberg einfordert. Dort sei bereits eine Tempo-30-Zone eingerichtet, viele Autofahrer aber würden die Vorgabe nicht beachten, beklagte sich ein Anwohner. Kinder könne man dort nicht unbeaufsichtigt spielen lassen, die Eltern machen sich groß Sorgen. „Ich werde mich darum kümmern“, versprach Bürgermeister Dietrich. Eine Geschwindigkeitskontrolle, die nun angefordert wird, soll einen Überblick über die Verkehrslage geben.

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