Friedrichsberg : Der Kult-Flohmarkt kehrt zurück

Vor dem Ersten Advent 2007: Vor acht Jahren strahle die Friedrichstraße zuletzt im Lichterglanz des Flohmarktes.
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Vor dem Ersten Advent 2007: Vor acht Jahren strahle die Friedrichstraße zuletzt im Lichterglanz des Flohmarktes.

Nach „Schleswig swingt“: Ingo Harder und Helmut Kruse wollen auch den Friedrichsberger Flohmarkt wiederbeleben.

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29. Juli 2015, 12:00 Uhr

Das Stadtfest „Schleswig swingt“ hat noch nicht angefangen, da schmieden die Organisatoren Ingo Harder und Helmut Kruse schon die nächsten Pläne. Und wieder geht es darum, eine Großveranstaltung wiederzubeleben, die in den vergangenen Jahren ausgefallen ist. Es geht um den Friedrichsberger Flohmarkt, der über Jahrzehnte seinen festen Termin am Sonnabend vor dem Ersten Advent hatte und der insbesondere in den 90er Jahren weit mehr war als nur ein Flohmarkt. Er war ein Volksfest.

Das soll er wieder werden. „Gleich nach ,Schleswig swingt’ werden Helmut Kruse und ich mit den Planungen beginnen“, sagt Ingo Harder. Die entsprechenden Anträge im Rathaus hat er bereits gestellt, und er hat auch schon Kontakt zu Stadtmanager Rüdiger Knospe aufgenommen, der im Frühjahr auch schon eine Wiederbelebung des Flohmarkts angeregt hatte. „Dieses Event darf nicht sterben, und wir werden alles tun, auch dem Friedrichsberg wieder neues Leben einzuhauchen“, sagt Harder.

Dabei ist die Ausgangssituation eine andere als beim Stadtfest, das an diesem Freitag beginnt. Mit der „Swinging City“ hatten die wechselnden Veranstalter zuletzt zwar wirtschaftlich keinen Erfolg mehr, das Publikum strömte aber nach wie vor zu Tausenden in die Ladenstraße. Die Probleme lagen unter anderem beim gestrichenen Zuschuss der Stadt und bei steigenden Gema-Gebühren.

Der Friedrichsberger Flohmarkt hingegen hatte bis zu seiner bislang letzten Auflage 2007 eine Phase des Niedergangs hinter sich. Die privaten Anbieter, die über viele Jahr regelmäßig schon am Freitagabend ihre Tapeziertische aufgebaut hatten, um sich die besten Plätze zu sichern, klagten darüber, dass immer mehr kommerzielle Händler die Atmosphäre veränderten. Der Friedrichsberger Gewerbeverein, der den Flohmarkt veranstaltete, hatte Probleme mit steigenden Müllgebühren beklagt, weil einige Händler ihre unverkaufte Ware einfach auf der Straße stehen ließen. 2006 und 2007 hatten die Friedrichsberger zudem Pech mit dem Wetter, so dass sie einen Schlussstrich unter das Thema zogen.

Auf das Wetter hat Ingo Harder zwar keinen Einfluss, für das Müll-Problem aber glaubt er, eine Lösung zu haben: „Wir werden von jedem Händler Pfand nehmen und es nur zurückzahlen, wenn der Stand wieder aufgeräumt ist.“

Harder, der im Hauptberuf selbstständiger Fliesenleger ist und im Ehrenamt Mitglied der Ratsversammlung, räumt ein, dass er vor einer anspruchsvollen Aufgabe steht. „Ich freue mich auf die Herausforderung“, sagt er. Die Resonanz in seinem Bekanntenkreis sei jedenfalls überwältigend. „Die Leute sind alle ganz heiß auf den Flohmarkt.“ Erst einmal gilt seine volle Konzentration aber dem Stadtfest, das am Freitag um 15 Uhr auf dem Capitolplatz eröffnet wird.

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