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Schleswiger Nachrichten

24. Oktober 2017 | 03:10 Uhr

Schleswig : Der Kornmarkt blüht weiter auf

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Am östlichen Ende der Schleswiger Fußgängerzone sind bald alle Läden vermietet. Stadtmanager erhofft sich Signalwirkung für andere Stadtviertel.

von
erstellt am 13.Apr.2015 | 13:00 Uhr

Es ist noch nicht so lange her, da galt er für viele Schleswiger als Symbol für den Niedergang der Stadt: der Kornmarkt. Ein leer stehender Laden reihte sich an den anderen. Immer mehr Geschäftsinhaber gaben auf. Diese Zeiten aber sind vorbei. Schon im vergangenen Sommer begann sich das Blatt zu wenden am östlichen Ende der Fußgängerzone. Damals siedelten sich innerhalb weniger Monaten gleich mehrere Geschäfte an, die sich alle auf selbst hergestellte Kleidung, Kunsthandwerk, Kindersachen oder Stoffwaren spezialisiert haben. Nun folgt die zweite Welle von Neuansiedlungen. „Wie es aussieht, haben wir rund um den Kornmarkt bald keinen einzigen Leerstand mehr. Ist das nicht toll?“, freut sich Karen Bremer vom Bistro Marvil.

Sie ist eine der treibenden Kräfte hinter den „Kornmarkt-Hökers“, einem lockeren Zusammenschluss der Kaufmannschaft in dem historischen Stadtviertel. „Wir haben von den Vermietern gehört, dass die Nachfrage nach Läden in diesem Jahr deutlich höher war als in der Vergangenheit“, sagt Bremer. Das Ergebnis sei, dass nur noch bei einem bislang leer stehenden Geschäft zurzeit noch die Verhandlungen laufen. Alle anderen sind bereits wieder vermietet – und zum Teil auch schon neu bezogen.

So sollen schon bald ein Obst- und Gemüsehändler, ein Friseur und ein Künstleratelier eröffnen. Der größte Neuankömmling ist sogar schon da: Das Modehaus „Loft-in“ ist in den über 500 Quadratmeter großen Laden gezogen, in dem zuvor der Möbel-Händler „Formamente“ ansässig war. Seit Anfang April bietet Heike Grothoff hier in erster Linie Mode für junge Frauen an. Und das kommt offenbar gut an. „Wir hatten einen tollen Start und bekommen viel positive Resonanz“, sagt Grothoff, die mit ihrem Mann vom Niederrhein nach Schleswig gezogen und „voll überzeugt“ sowohl von der Stadt als auch vom Standort ihres Ladens am Kornmarkt ist. „Hier gibt es viel Laufkundschaft und auch die Inhaber der benachbarten Geschäfte haben uns sehr nett empfangen“, sagt sie.

Das wiederum bestätigen auch Kirsten Schulz und Helga Plöhn. Die beiden haben vergangene Woche mit dem Raiffeisen-Reisebüro die Räumlichkeiten innerhalb der Volksbank verlassen und sind in das ehemalige „Teeparadies“ direkt am Kornmarkt umgezogen. „Hier haben wir mehr Platz und werden deutlich besser wahrgenommen“, sagt Schulze, die betont, ein ausgesprochener „Kornmarkt-Fan“ zu sein. In ihren Augen habe der Platz mit den umliegenden Straßen einen ähnlichen Charme wie die Rote Straße in Flensburg. „Hier gibt es viele inhabergeführte Geschäfte, die etwas Individuelles anbieten. Das suchen die Leute, insbesondere die Touristen. Jede Stadt braucht doch so ein zauberhaftes Eckchen“, sagt sie und lobt gleichzeitig das Engagement ihrer Nachbarn: „Hier wird sich gegenseitig geholfen, wir wurden mit offenen Armen empfangen. Das ist schon auffällig.“

Schleswigs Stadtmanager Rüdiger Knospe sieht gerade in diesem Zusammenhalt der „Kornmarkt-Hökers“ einen der Hauptgründe für den Aufschwung des Viertels. „Die halten da gemeinsam den Laden zusammen, bringen viel in Bewegung. Das merkt man“, betont Knospe, der in der positiven Entwicklung rund um den Kornmarkt auch eine Signalwirkung für die ganze Stadt erkennen will. „Das ist doch der beste Beweis dafür, dass sehr wohl etwas möglich ist in Schleswig und dass man auch neue Läden ansiedeln kann in dieser Stadt“, sagt er mit Blick auf zahlreiche Leerstände etwa im Friedrichsberg oder im Lollfuß.

So weit will Karen Bremer derweil gar nicht denken. Sie hofft aber, dass auch die Mönchenbrückstraße und der Gallberg weiter belebt werden, um das östliche Ende der Fußgängerzone wieder stärker in den Fokus der Kunden zu rücken. „Die Vermieter dürfen aber einfach nicht zu hohe Pachten verlangen. Es ist doch auch für sie besser, wenn sie zwar etwas weniger Geld bekommen, dafür aber die Läden nicht jahrelang leer stehen“, sagt Bremer, die jedoch in einem Fall fast die Hoffnung aufgegeben hat: beim ehemaligen Nootbaar-Kaufhaus, das seit über sechs Jahren leer steht. „Wir alle hier wünschen uns, dass da endlich wieder Leben reinkommt.“ Laut SN-Informationen sieht es diesbezüglich aktuell jedoch eher schlecht aus.

 

 

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