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Schleswiger Nachrichten

22. Oktober 2017 | 05:53 Uhr

Schleswig : Der Kampf um die Fünftklässler

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Anmeldefristen für Gymnasien und Gemeinschaftsschulen beginnen / Keine Schulart-Empfehlungen mehr.

von
erstellt am 28.Jan.2016 | 12:18 Uhr

Der Tag der Wahrheit rückt näher. In den kommenden Wochen stehen wieder Hunderte von Schleswiger Eltern vor der Wahl: Gymnasium oder Gemeinschaftsschule? Und welches Gymnasium, welche Gemeinschaftsschule? Die weiterführenden Schulen in der Stadt haben ihre Angebote bereits auf einer gemeinsamen Informationsveranstaltung in der Aula des Landesfördezentrums Hören und Sprache vorgestellt. In den kommenden Wochen folgen weitere Info-Abende direkt in den Schulen.

Danach steigt die Spannung auch für die Schulleiter. Die Anmeldezahlen an den einzelnen Schulen haben in den vergangenen Jahren stark geschwankt. Prognosen für dieses Jahr sind schwierig. Das Schulamt bei der Kreisverwaltung hat nicht einmal exakte Zahlen darüber, wie viele Viertklässler es in Schleswig und Umgebung insgesamt gibt. Die Tendenz jedoch ist klar: Die Kinder werden von Jahr zu Jahr weniger. Wurden an den Gymnasien Domschule und Lornsenschule sowie an den Gemeinschaftsschulen Gallbergschule, Dannewerkschule und Bruno-Lorenzen-Schule vor fünf Jahren insgesamt noch mehr als 500 Fünftklässler eingeschult, waren es im laufenden Schuljahr nur noch 368.

Der Rückgang betrifft sowohl die Gymnasien als auch die Gemeinschaftsschulen. Dass die Grundschulen seit dem vergangenen Jahr keine Schulart-Empfehlungen mehr aussprechen, hat sich dabei auf das Anmeldeverhalten nicht spürbar ausgewirkt.

Dabei bemühen sich die Gemeinschaftsschulen um Schüler, die früher eine Gymnasialempfehlung bekommen hätten. Dieses Bemühen sei durchaus erfolgreich, findet Andrea Schönberg, die Leiterin der Dannewerkschule. „Wir haben eine gute Mischung mit vielen leistungsstarken Schülern“, sagt sie. Auch Domschul-Direktor Georg Reußner beobachtet diese Entwicklung. „Das ist auch völlig legitim“, meint er. Wichtig sei dafür aber, dass Gymnasien und Gemeinschaftsschulen eng zusammenarbeiten. Dank des Kooperationsvertrags mit der Dannewerkschule und der Gallbergschule funktioniere das gut. „Jedes Jahr wechselt eine Handvoll Schüler von den Gemeinschaftsschulen zu uns“, sagt er.

Aber nicht nur die verschiedenen Schularten konkurrieren miteinander. Der Wettbewerb findet auch zwischen den Gymnasien und zwischen den Gemeinschaftsschulen statt. Eine Schleswiger Besonderheit ist dabei das Nebeneinander eines G8- und eines G9-Gymnasiums. Die Lornsenschule, die das Abitur nach dem zwölften Jahrgang anbietet, hatte im vergangenen Jahr nur 54 Sextaner, während die Domschule mit 128 Sextanern bis an die Kapazitätsgrenze ausgelastet war. „Ich hoffe, dass der Unterschied diesmal nicht wieder so extrem ausfällt“, sagt Reußner. „Es ist zwar schön, wenn wir ein paar Schüler mehr haben, aber beide Gymnasien haben ihre Existenzberechtigung.“ Seine Amtskollegin Erdmut Fox von der Lornsenschule war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Das Sorgenkind unter den Schleswiger Gemeinschaftsschulen ist seit Jahren die Gallbergschule. Hier gab es im vergangenen Jahr nur 29 Fünftklässler, während es an der Dannewerkschule 69 waren und an der Bruno-Lorenzen-Schule 88. Auch die Gemeinschaftsschulen im Umland entwickeln sich sehr unterschiedlich. Die Geestlandschule in Kropp mit jährlich mehr als 100 Fünftklässlern und die Süderbraruper Schule am Thorsberger Moor mit rund 90 Anmeldungen haben keine Nachwuchssorgen. „Wir profitieren von unserer verkehrsgünstigen Lage an der B  201 und der Bahnstrecke“, sagt der Süderbraruper Schulleiter Rolf Lausen. Die Auenwaldschule in Böklund und die Erich-Kästner-Schule in Silberstedt sind hingegen ähnlich klein wie die Schleswiger Gallbergschule.

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