Schleswig : Der Holm wird zur Kino-Kulisse

Fotoaufnahmen von den Dreharbeiten rund um den Holmer Friedhof waren nur aus der Entfernung gestattet.
Fotoaufnahmen von den Dreharbeiten rund um den Holmer Friedhof waren nur aus der Entfernung gestattet.

Dreharbeiten für den Film „Rico, Oskar und der Diebstahlstein“ sorgten für Aufsehen rund um die Fischersiedlung.

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18. Juli 2015, 07:24 Uhr

Klaus Nielsky nahm es mit Humor. „Was soll man machen?“, meinte der Alt-Bürgermeister nur trocken, als er am Donnerstagabend mit seiner Frau aus dem Norwegen-Urlaub wiederkam und sich das Ausladen ihres Wohnmobils plötzlich als unerwartete sportliche Herausforderung herausstellte. Ändern konnte er es in diesem Moment sowieso nicht. Näher als 80 Meter kamen die beiden definitiv nicht an ihr Haus am Holm heran. Denn das diente, wie die gesamte Fischersiedlung, wieder einmal als Filmkulisse.

Mit einem über 60-köpfigen Team waren die Produktionsfirmen „Lieblingsfilm“ und „Fox International Productions Germany“ nach Schleswig gekommen, um einige Szenen für den dritten Teil der Erzählung um „Rico und Oskar“ (nach den Kinderbuch-Bestsellern des Autoren Andreas Steinhöfel) zu drehen. Und das gestaltete sich als ein Riesenaufwand, der zwar viele Schaulustige anlockte, aber nicht bei allen Zuschauern und Anwohnern gut ankam. „Die Leute wirken alle gestresst und man wird ganz schön barsch weggescheucht“, meinte etwa ein Herr, der namentlich nicht genannt werden wollte. Und tatsächlich achteten mehrere Mitarbeiter des Filmteams darauf, dass man den Dreharbeiten ja nicht zu nah kam – und am besten auch keine Fotos machte.

Für Kira (10) und Anna (7) hingegen galt eine Ausnahme. Die beiden Enkeltöchter von Klaus Nielsky durften als echte „Rico und Oskar“-Fans Schnappschüsse von ihren Stars machen. Auch andere Kinder, die sich das bunte Treiben anschauten, konnten ihren Stars zumindest etwas näher kommen. So auch Barne (14) und Johannes (12). Die beiden hatten den 30 Meter hohen Kran entdeckt, von dem aus einige Einstellungen gefilmt wurden, und waren spontan zum Holm gelaufen. „Wir wussten erst gar nicht, was hier los ist. Die Dreharbeiten für den ,Fünf Freunde’-Film haben wir im letzten Jahr leider verpasst. Diesmal hatten wir Glück“, meinte Barne, und sein Kumpel Johannes fügte an: „Das ist doch echt spannend.“

Das wiederum fanden auch die meisten der 16 Statisten, die – vermittelt von der Agentur „Komparsenfischer“ – als Touristen verkleidet während des Drehs durchs Bild schlendern durften. „Man steht zwar viel rum und wartet, aber bei so einem großen Dreh dabei zu sein, ist immer spannend“, meinte Malte Pertiet, der sich auch schon einmal als „Tatort“-Polizist ausprobieren durfte. Für Marit Schoppmeier, Mitarbeiterin beim Stadtmanagment, hingegen war es eine Premiere als „Komparsin“. „Das ist doch mal was anderes“, meinte sie.

Da es während der Dreharbeiten jedoch keinen offiziellen Pressetermin gab, wurden Interviews mit den beiden Hauptdarstellern – Anton Petzold als „Rico“ und Juri Winkler als „Oskar“ – leider ebenso abgeblockt wie Stellungnahmen von anderen Mitarbeitern des Teams. Produktionshelfer Moritz Melms verriet zumindest, dass mit den Aufnahmen am Holm die Drehtermine in der Region nun endeten. Zuvor wurde „vier schöne aber auch anstrengende Wochen lang“ (Melms) unter anderem in Maasholm, Gelting und Kappeln gefilmt.

„Rico, Oskar und der Diebstahlstein“ soll im Sommer nächsten Jahres über die großen Kinoleinwände flimmern. Geplant ist auch eine Sonderaufführung in der Region. Die bekannten Schauspieler, die ebenfalls in dem Film zu sehen sein werden – Detlev Buck, Anke Engelke, David Kross und Heike Makatsch – waren bei den Dreharbeiten in Schleswig übrigens nicht vor Ort.

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