Dietrich Heyde : Der Holm und die Kunst des Sterbens

Tägliche Konfrontation mit dem Tod: Friedhof und Kapelle bilden den Mittelpunkt des Holms.
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Tägliche Konfrontation mit dem Tod: Friedhof und Kapelle bilden den Mittelpunkt des Holms.

Schleswigs früherer Propst Dietrich Heyde hat dem Holmer Friedhof ein Buch gewidmet.

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13. Juni 2018, 07:53 Uhr

Nirgendwo sonst liegen Leben und Sterben so nah beieinander wie auf dem Holm. Schließlich befindet sich der dortige Friedhof im Zentrum der alten Fischersiedlung, bildet sozusagen ihr Herz. Der tägliche Blick aus dem Fenster ist zugleich Blick auf die Gräber von Verwandten und Freunden. „Ich kenne keinen zweiten Ort, wo sich Tote und Lebende, Lebende und Tote so sinnfällig zusammengeschlossen haben, wie es hier der Fall ist“, schreibt Dietrich Heyde in seinem neuen Büchlein „Die Kunst des Sterbens auf dem Holm zu Schleswig“. Rechtzeitig zum Jahresfest der Holmer Beliebung von 1650 hat der Propst im Ruhestand das druckfrische Werk den Mitgliedern der Totengilde präsentiert und ihnen gleich 200 Exemplare davon geschenkt.

Heyde, Jahrgang 1943, beschreibt in seiner Schrift die spätmittelalterliche christliche Tradition der „ars moriendi“, der Kunst des Sterbens. Als früherer langjähriger Seelsorger der Fischersiedlung kennt er den Holm sehr genau und erklärt, wie es seinen Bewohnern gelingt, sich der eigenen Sterblichkeit auch in unserer schnelllebigen Zeit in besonderer Weise zu stellen. „Der Holm mit Friedhof und Kapelle, seine Tradition der Beliebung und ihre kulturelle Vergegenwärtigung im jährlichen Beliebungsfest sowie ihre bemerkenswerte Satzung, die ihr Fundament im biblischen Wort hat, sind zusammen so etwas wie eine ars moriendi“, schreibt Heyde und erinnert zugleich an das biblische „Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, damit wir klug werden“.

Vorworte von Landesbischof Gerhard Ulrich und der Holmerin Anke Carstens-Richter runden das 46-seitige Werk ab, zu dessen Gestaltung zudem Helmut Utermann einige Fotos beigesteuert hat. Utermann, der bis Montagnacht als 1. Ältermann der Holmer Beliebung amtierte, ehe er turnusgemäß von Carsten Wehr abgelöst wurde, sagt zu Recht, dass das Buch eine „Liebeserklärung an den Holm“ sei. Oder wie es der Autor selber formuliert: „Die Kunst des Sterbens auf dem Holm, die das Vergangene wach hält und an das Zukünftige erinnert – welch großes Geschenk an Stadt und Land!“

> Die Schrift „Die Kunst des Sterbens auf dem Holm zu Schleswig“ ist zu beziehen über die E-Mail-Adresse dml.heyde@yahoo.de

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