Der Hindenburgplatz ist Geschichte - Umbenennung offiziell

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16. Oktober 2012, 03:59 Uhr

Schleswig | Jetzt ist es amtlich: Der Hindenburgplatz wird in Julius-Petersen-Platz umbenannt. Beschlossen wurde dies in der letzten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses mit Stimmen von SPD, SSW und Grünen, einzig die CDU stimmte gegen die Empfehlung des Arbeitskreises "Umbenennung Hindenburgplatz". Dieser Arbeitskreis war im Januar vom Ausschuss damit beauftragt worden, einen neuen Namen für den Platz zu finden. Auf Vorschlag von Klaus Nielsky einigte man sich schließlich auf Julius Petersen. Der ehemalige Stadtbaurat (1924 bis 1934) war Initiator für die Errichtung des am jetzigen Hindenburgplatz angrenzenden Wohngebietes, der so genannten "Petersen-Siedlung". Außerdem war er für die Gestaltung der Bugenhagen-, Gallberg- und Landwirtschaftsschule mit Bellmanntunnel verantwortlich. Der Arbeitskreis setzte sich auch mit der Rolle Petersens in der Zeit des Nationalsozialismus auseinander. Man stellte fest, dass der Architekt zwar Mitglied in der NSDAP war, jedoch nie aktiv Meinungsmache für das Regime betrieb. Dieser Punkt war den Namensgebern besonders wichtig, schließlich wurde die Umbenennung erst durch einen Protest von Amnesty International zum Thema. Die Schleswiger Gruppe der Menschenrechtsorganisation hatte auf die zweifelhafte Rolle des Reichpräsidenten Paul von Hindenburg im Zuge der Machtergreifung der Nazis hingewiesen.

Die Umbenennung des Hindenburgplatzes ist umstritten. In einer Einwohnerversammlung hatten sich alle anwesenden Anwohner gegen einen neuen Namen für den Platz ausgesprochen. In der CDU teilt man diese Bedenken. Deren Ortsverbandsvorsitzender Frank Neubauer erklärte im Ausschuss, dass "er nach wie vor nicht die Notwendigkeit sieht, den Platz umzubenennen". Zusammen mit seinen Parteikollegen Helge Lehmkuhl und Rainer Hannberg stimmte er daher gegen die Vorlage, Horst-Jürgen Waldmann (ebenfalls CDU) enthielt sich.

Wann die Umbenennung auch optisch vollzogen wird, steht indes noch nicht fest. Die Stadtverwaltung hat die Umweltdienste mit der Montierung eines neuen Hinweisschildes beauftragt. Diese rechnen damit, dass das Schild in einigen Wochen geliefert wird.

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