zur Navigation springen
Schleswiger Nachrichten

21. September 2017 | 19:55 Uhr

Gottorf : Der heißeste Landmarkt aller Zeiten

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Rund 15 500 Besucher strömten am Sonntag zum Gottorfer Landmarkt auf die Schlossinsel – und trafen auf so viele Aussteller wie nie zuvor.

von
erstellt am 23.Mai.2016 | 07:56 Uhr

Die ganze Woche lang blickte man auf der Gottorfer Schlossinsel nervös in Richtung Himmel. Die Wetterkapriolen der vergangenen Tage ließen nichts Gutes ahnen für die 17. Auflage des größten deutschen Marktes für Bio-Produkte. Aber die Nervosität war unbegründet. Der gestrige Sonntag war nicht nur einer der wärmsten Tage dieses Frühjahrs. Es war auch der wärmste Tag, an dem jemals ein Gottorfer Landmarkt stattgefunden hat. Das jedenfalls meinte Claus von Carnap-Bornheim, und er muss es wissen, denn er war seit der Premiere im Jahr 2000 immer dabei, anfangs als Direktor des Archäologischen Landesmuseums und inzwischen seit sieben Jahren als Chef der gesamten Museumsstiftung.

15  000 Besucher, das war die Zielmarke, die sein kaufmännischer Geschäftsführer Guido Wendt vorgegeben hatte. Mit 15  500 Besuchern wurde die Marke knapp übertroffen. „Es waren zwar rund 1000 Menschen weniger als im vergangenen Jahr, aber angesichts der Gewitterwarnung im Wetterbericht bin ich damit hochzufrieden“, meinte Wendt.

Claudia Andres aus Eckernförde gehörte zu den treuen Besuchern, die sich auch nicht hätte abschrecken lassen, wenn das Wetter schlechter gewesen wäre. „Wir kommen schon seit Jahren zum Landmarkt, das ist für uns ein Pflichttermin“, sagte die zweifache Mutter, die mit ihrer vierköpfigen Familie die Galloway-Rinder vom Schleswiger Biohof Bunde Wischen beobachtete. Sie gehören ebenso zu den Stammgästen auf der Schlossinsel wie zum Beispiel Martin Delz aus Kius, der sein kaltgepresstes Rapsöl aus eigener Herstellung anbietet. „Der Landmarkt ist inzwischen eine richtige Messe für die gesamte Bio-Branche in der Region“, sagt er. Sie sei nicht nur wichtig für den Kontakt zum Endverbraucher, sondern auch als Kontaktbörse zu Händlern, an die er sein Öl, das er selbst in Halbliterflaschen abfüllt, liefern kann.

So treffen sich auf dem Landmarkt viele alte Bekannte, aber es gibt auch immer wieder Neues zu entdecken. 137 Aussteller waren gestern dabei. So viele wie noch nie. Allgegenwärtig waren zum Beispiel die Elektro-Autos, für die die Schleswiger Stadtwerke, aber auch andere Unternehmen, die Werbetrommel rührten. Unter den Augen des Kieler Umweltministers Robert Habeck weihten die Landesmuseen ihr erstes strombetriebenes Dienstfahrzeug ein – zusammen mit einer Aufladestation, die künftig allen Museumsbesuchern kostenlos zur Verfügung stehen soll, die mit einem Elektroauto kommen.

Aber im Mittelpunkt standen nach wie vor die zahlreichen Köstlichkeiten aus der Region – entweder als Zutaten für die eigene Küche oder zum Essen auf dem Markt. „Es ist eine tolle Atmosphäre“, schwärmte Habeck. „Man kann mit den Fingern essen und sich dabei so fühlen, als ob das erlaubt ist.“ Im Gegensatz zu seinen Besuchen in den vergangenen Jahren ging er auf aktuelle umwelt- und landwirtschaftspolitische Themen nur am Rande ein. Anders als Landrat Wolfgang Buschmann, der den Markt als Repräsentant des Kreises Schleswig-Flensburg als offiziellem Träger der Veranstaltung eröffnete. Er brach – umgeben von überzeugten Bio-Unternehmern – eine Lanze für die konventionelle Landwirtschaft. Der ökologische Landbau sei zwar sehr wertvoll, aber „würden alle Bauern auf Öko umstellen, würden wir die Karotten wohl nicht mehr im Bündel kaufen, sondern einzeln, damit jeder eine abbekommt“. Mehr Bilder vom Landmarkt auf Seite 11

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen