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Hollingstedt : Der Grundschule droht das schnelle Aus

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

In der Gemeindevertretung Schuby ging es um die Außenstelle der eigenen Grundschule – eine Kehrtwende in den Planungen kündigt sich an.

shz.de von
erstellt am 07.Dez.2016 | 11:34 Uhr

Alle sind angespannt und vor allem gespannt, was an diesem Donnerstag im Saal der Amtsverwaltung in Silberstedt passiert. Dann will der Amtsausschuss Arensharde in öffentlicher Sitzung (19 Uhr ) die Weichen für die künftige Struktur der Schullandschaft im Amt stellen. Im Vorfeld hatte dies bereits zu einem Aufschrei geführt. Denn eines steht fest: Ohne Schließungen von einzelnen Schulstandorten wird es nicht gehen.

Und das könnte in Hollingstedt schneller vollzogen werden als gedacht. „Ich gehe davon aus, dass Hollingstedt nicht mehr weiter existieren wird“, deutete Ralf Lausen, Leitender Verwaltungsbeamter im Amt Arensharde, in der Sitzung der Schubyer Gemeindevertreter am Montagabend bereits eine Kehrtwende innerhalb der Planungen an. Hatte sich doch der Schul- und Kulturausschuss des Amtes noch Mitte November nach langer Diskussion darauf geeinigt, dem Amtsausschuss zu empfehlen, die Hollingstedter Außenstelle der Schubyer Schule mit aktuell noch 57 Schülern weitere zwei Jahre am Leben zu halten (wir berichteten). Grund für den Umschwung in den Planungen sei das Ergebnis einer vom Elternbeirat der Schule Hollingstedt initiierten anonymen Umfrage, berichtete Lausen in Schuby. Zwei Drittel der befragten Eltern von Schülern der Hollingstedter Schule würden ihre Kinder demnach auch nach Treia schicken. Nur ein Drittel möchte die Schule im eigenen Dorf halten. „Ich schätze, es wird eine Empfehlung geben, die Kinder gleich nach Treia zu schicken“, so der Leitende Verwaltungsbeamte.

In Schuby wurde diese Nachricht gelassen aufgenommen. Wenn Hollingstedt geschlossen werde, sei der Druck vom Kessel, waren sich dort alle einig. Denn dort gab es Befürchtungen, dass die Hollingstedter Außenstelle mit ihrer stets prekären Unterversorgung mit Lehrer-Stunden zu Lasten der Mutterschule in Schuby am Leben gehalten werde. „Müssen unsere Eltern und Kinder in Schuby diesen Mangel weiter auffangen?“, hatte Jens-Peter-Hansen (SPD) kritisch zu Beginn der Sitzung gefragt und um eine allgemeine Meinungsbildung des Gremiums gebeten.

Einen Tag, bevor gestern die Windkraft-Regionalpläne des Landes veröffentlicht wurden, hatte Bürgermeister Helmut Ketelsen (CDU) die außerordentliche Sitzung im alten Amtsgebäude vorrangig jedoch anberaumt, um einen Bebauungsplan für das Gebiet „Windkraft Schubyweide“ auf den Weg zu bringen und so zunächst einmal Zeit für eine optimale Windkraftplanung des Gebiets zu gewinnen, das nördlich der B  201 und westlich der Straße Wiehorn bis zur Gemeindegrenze Silberstedt liegt. Im Norden grenzt es an die Dörfer Jübek und Lürschau. Elf Gesellschafter betreiben nach Angabe des Bürgermeisters auf dieser Fläche zurzeit 18 je 100 Meter hohe Windmühlen.

Auch eine Veränderungssperre für diese Fläche wurde beschlossen, um dort Bauvorhaben, etwa Repowering, zunächst zu unterbinden. Das passt einem der bereits in dem Gebiet aktiven Windmüller nicht, der bereits einen Antrag für eine neue Anlage mit einer Höhe von 200 Metern gestellt hatte. In einer E-Mail, die er kurz vor der Sitzung an den Bürgermeister verschickt hatte, kündigte er seine Verärgerung an, sollte die Gemeindevertretung durch ihren Beschluss sein Bauvorhaben verhindern. Die Mitglieder des Schubyer Gremiums ließen sich von dieser Nachricht inklusive der darin enthaltenen angedrohten negativen wirtschaftlichen Konsequenzen für die Gemeinde jedoch nicht beeindrucken. Sie stimmten einheitlich für den Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans Nr. 18 „Windkraft Schubyweide“. „Wir haben dadurch zwei Jahre Zeit, um die Windplanung in diesem Gebiet zu gestalten“, so Lutz Schnoor vom Amt.

Im Rahmen der Haushaltsberatungen gab Amtskämmerer Michael Kruse einen Schuldenstand von 521  540, 86 Euro zum Ende des Jahres für die Gemeinde Schuby bekannt. Da der Gebührenhaushalt der Schmutzwasserbeseitigung nicht mehr durch die Rücklage ausgeglichen werden könne, steigen im kommenden Jahr die Grundgebühr und die Arbeitsgebühr, kündigte zudem der Finanzausschussvorsitzende Udo Peltzer (CDU) an.

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