zur Navigation springen

Schleswig : Der Friedrichsberger Flohmarkt ist Geschichte

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Ende einer langen Tradition: Für Veranstalter Ingo Harder war der Friedrichsberger Adventsflohmarkt ein Reinfall.

von
erstellt am 05.Dez.2017 | 07:17 Uhr

„Ich habe lange mit mir gerungen“, sagt Ingo Harder. Am späten Sonntagabend stand seine Entscheidung dann fest: Im nächsten Jahr wird es keinen Friedrichsberger Adventsflohmarkt mehr geben. Jedenfalls keinen, den Harder veranstaltet. Und dass jemand anderes für ihn in die Bresche springt, das scheint derzeit mehr als unwahrscheinlich.

Die Entscheidung kommt nicht ganz unerwartet. „Es ist schade, ich bin sehr traurig darüber.“ Drei Jahre lang hatte Harder versucht, die Veranstaltung wieder zu dem zu machen, was sie viele Jahre lang war – vergebens. Der Friedrichsberger Gewerbeverein hatte den Flohmarkt, der über Jahrzehnte immer am Sonnabend vor dem ersten Advent stattfand, bereits 2007 beerdigt, weil immer weniger Verkäufer und Schnäppchenjäger kamen. Als Ingo Harder sich 2015 entschloss, die Kultveranstaltung wiederzubeleben, erntete er viele begeisterte Reaktionen – aber die Beteiligung am Flohmarkt blieb von Anfang an hinter seinen Erwartungen zurück.

In diesem Jahr verzichtete er bereits auf den traditionellen Auftakt am Freitagabend und begrenzte die Veranstaltung auf nur einen Tag. Es half nichts. Als es zu regnen begann, bauten viele Verkäufer ihre Stände wieder ab. In der Friedrichstraße klafften große Lücken zwischen den Verkaufstischen der wenigen Händler, die weiter ausharrten. „Für einen richtig guten Flohmarkt hätte ich doppelt so viele Anmeldungen gebraucht“, sagt Harder. Immerhin, einen großen finanziellen Verlust habe er nicht gemacht. „Aber es rechnet sich nicht. Es tut mir für all die lieben Menschen leid, die mir die Treue gehalten haben.“ Der Aufwand sei fast so groß wie für das Sommer-Stadtfest „Schleswig swingt“, das Harder weiterhin veranstalten wird. Mit den Vorbereitungen sei er acht Tage beschäftigt gewesen. „In dieser Zeit kann ich nicht auf dem Bau arbeiten – der Verdienst fehlt mir natürlich.“

Der Friedrichsberger Flohmarkt ist Geschichte – Harder hat aber bereits eine neue Idee für eine ähnliche Veranstaltung an anderer Stelle. Vielleicht schon im kommenden Jahr soll es einen „Sommernachtsflohmarkt“ geben – im Juli in der Schubystraße. Erste Gespräche mit dem Ordnungsamt hat Harder darüber bereits geführt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen