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Tauschbörse für Lesehungrige : Der Friedrichsberg hat jetzt einen Bücherbahnhof

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Das „Bökerschapp“ im Stadtweg ist jetzt nicht mehr Schleswigs einzige Telefonzelle, die voll ist mit gebrauchten Büchern.

In der Ladenstraße steht sie schon seit Juli. Jetzt hat auch der Friedrichsberg seine Büchertauschbörse in Form einer ausgedienten gelben Telefonzelle. Gestern Mittag weihten die Initiative „Bürger machen mit“ in der Friedrichstraße gegenüber der Volksbank den „Bücherbahnhof“ ein. Die Vereinsmitglieder hatten die Zelle zuvor liebevoll restauriert. Sie soll ebenso wie das „Bökerschapp“ im Stadtweg schnell zu einem Erfolgsmodell werden. Lesehungrige haben in der Friedrichsberger Bücherzelle vom ersten Tag die Wahl zwischen 300 verschiedenen Büchern. Größtenteils sind es überschüssige Exemplare aus dem „Bökerschapp“. Dass Schleswiger Bürger dort so viele Bücher abliefern, dass die Zelle immer wieder fast überquoll, macht die Vereinsvorsitzende Bärbel Kahlund sicher, dass das Modell auch im Friedrichsberg funktionieren wird. „Die Zelle ist der absolute Selbstläufer. Umso mehr freut es mich, dass wir nun die zweite eröffnen. Der Name „Bücherbahnhof“ war ein Vorschlag von Friedrichsberger Bürgern. „Wir haben einen guten Standort“, sagte Kahlund vor rund 30 Gästen bei der offiziellen Einweihung.

Auch wenn es nicht sofort zu erkennen ist: Viele Schleswiger haben vor mehr als 25 Jahren schon von genau dieser Telefonzelle zu Hause bei ihren Eltern angerufen: Sie stand einst im Ferienzeltlager auf Sylt, wo zahlreiche Kinder und Jugendliche ihre Freizeitfahrten mit dem Kreissportverband verbrachten.

Nun bietet sie Platz für eine neue und außergewöhnliche Aufgabe. „Der Bökerschapp ist Schleswigs liebstes Kind geworden. Danke an alle Schleswiger, die uns mit Büchern versorgen“, sagte Ingo Harder, Ko-Vorsitzender des Vereins. Die stellvertretende Bürgervorsteherin Dorothee Tams lobte das ehrenamtliche Engagement. „Toll, wenn man Eigeninitiative ergreift und etwas für die Stadt tut. Die Geschichte ihrer mitgebrachten Buchspende „Zwei alte Frauen“ erzählt über die Fähigkeiten von Menschen, diese aktiv zu nutzen und schließlich über sich hinauszuwachsen. „Das passt wunderbar zum Thema Bücherbahnhof“, sagte Tams. Von den „Buddenbrooks“, „Coco Chanel“, über „Hanni und Nanni“, den „Schakal“, „Fit mit Reiki“ bis zum Fußballbuch von Karl-Heinz Rummenigge – der Bücherbahnhof bietet einen Schatz umfangreicher Lektüre, der nun entdeckt werden will. Die Nutzungsbedingungen der kostenlosen Bibliothek von Bürgern für Bürger, die ebenso sichtbar in dänischer Sprache übersetzt wurden, sind ganz einfach: Jeder Nutzer darf sich Bücher entnehmen, sollte diese wieder zurückbringen oder durch andere Bücher ersetzen. Weiterhin freut sich das Team über Buchspenden, insbesondere über Kinderbücher. „Kinderbücher können wir immer gut gebrauchen“, sagte Kahlund. Die Friedrichsbergerinnen Etta Carstensen und Regina Teschner erklärten sich bereit, die Patenschaft des Bücherbahnhofs zu übernehmen. Weitere Informationen rund um die Bücherspenden unter Telefon: 01 60/2 54 77 80.

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