Auf der Freiheit in Schleswig : Der „Flieger“ wird zum Ärztehaus

Ortstermin vorm „Flieger“: Ehepaar Marie-Luise und Hanno Lüttmer (Mitte), Volker Schlüschen (links), Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Team Vivendi, sowie Tim Albrecht, Gebietsleiter LBS-Immobilien in Schleswig.
Ortstermin vorm „Flieger“: Ehepaar Marie-Luise und Hanno Lüttmer (Mitte), Volker Schlüschen (links), Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Team Vivendi, sowie Tim Albrecht, Gebietsleiter LBS-Immobilien in Schleswig.

Das Schleswiger Unternehmer-Ehepaar Lüttmer kauft den markanten „Flieger“ auf der Freiheit – und plant Investitionen von drei bis vier Millionen Euro.

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31. Mai 2015, 09:45 Uhr

Für Volker Schlüschen ist es ein „Signal, dass das Konversionsgelände auf der Freiheit weiter entwickelt wird“: Der Team-Vivendi-Geschäftsführer hat den „Flieger“ an das Schleswiger Ehepaar Hanno und Marie-Luise Lüttmer verkauft. Die Geschäftsleute wollen die rund 2200 Quadratmeter Nutzfläche des Gebäudes an Ärzte oder sonstige Dienstleister aus dem Medizinsektor vermieten. „Wir glauben, dass der Standort inmitten der Wohnbebauung dafür sehr geeignet ist“, sagte der 54-jährige Hanno Lüttmer gegenüber den SN. Er verwies auf die tolle Lage nahe der Schlei sowie die Tatsache, dass ausreichend Parkplätze vorhanden seien. Erste Gespräche mit möglichen Interessenten habe er bereits geführt. Lüttmer rechnet mit einem Investitionsvolumen von drei bis vier Millionen Euro.

Der in den 1930er Jahren gebaute „Flieger“ verdankt seinen Namen dem einem Flugzeug nachempfundenen Grundriss – eine Erinnerung daran, dass auf der Freiheit einst ein Seefliegerhorst beheimatet war. Die architektonische Besonderheit des einstigen Kasernenbauwerks ist allerdings nur aus der Luft erkennbar. Auch die Lüttmers hatten dem „Flieger“ lange Zeit keinerlei Beachtung geschenkt. Bis der befreundete und in die Vermarktung des Gebäudes involvierte Immobilienmakler Tim Albrecht die beiden auf die Spur brachte. „Nach einer Begehung waren wir sofort Feuer und Flamme“, erklärte Hanno Lüttmer. „Dieser mächtige Backstein-Bau ist ein Relikt der Vergangenheit. Das hat uns gereizt.“ Autohaus-Inhaber Lüttmer ist als Investor auch an anderen Stellen in Schleswig tätig, hat zum Beispiel das ehemalige „Spiel und Spaß“-Gebäude an der Königstraße gekauft.

Anders als das frühere Offizierskasino, das dem neuen Stadtteil auf der Freiheit ebenfalls als Erinnerung an die Militärzeit erhalten bleiben soll, ist die Bausubstanz des „Fliegers“ in einem guten Zustand. Als „große Herausforderung“ bezeichnet Lüttmer allerdings die energetische Sanierung des gut 80 Jahre alten Gebäudes.

In den nächsten drei Monaten will das Investoren-Ehepaar ganz konkret Mieter gewinnen. In Kürze würden Ärzte oder Apotheker angeschrieben. Ziel sei es, im Herbst in die Ausschreibung zu gehen. In eineinhalb Jahren soll das Ärztehaus fertig sein. „Das Gebäude hat große, freitragende Räume. Da kann man großzügig planen“, freut sich Marie-Luise Lüttmer auf die Realisierung des Projekts. Die 53-Jährige ist selber studierte Architektin. In das Ärztehaus soll auch ein Café integriert werden. Statt im Wartezimmer könnten die Patienten dann dort die Zeit bis zur Behandlung überbrücken. Ein „innovativer Touch“, findet Team-Vivendi-Chef Schlüschen.

Auch für das Offizierskasino hätten sie und ihr Mann sich vor einiger Zeit interessiert, berichtete Marie-Luise Lüttmer. Von einem Kauf hätten sie aber wegen der schlechten Bausubstanz schließlich abgesehen. Das Offizierskasino hat inzwischen der Busdorfer Tiefbau-Unternehmer Matthias Johannssen erworben. Wegen fehlender sanierungsrechtlicher Genehmigung erwägt er jedoch, von dem Vertrag wieder zurückzutreten (wir berichteten). Derartige Probleme erwarten die Lüttmers für den „Flieger“ nicht. Die Stadt habe in dieser Woche die sanierungsrechtliche Genehmigung erteilt. Auch hoffe man auf staatliche Zuschüsse, erläuterte Hanno Lüttmer.

Projektentwickler Schlüschen ist derweil erleichtert, dass der vordere Abschnitt der Freiheit weiter seiner Vollendung entgegen steuere. „Der ‚Flieger‘ ist ein zentrales Modul in diesem Abschnitt.“ Er gehe davon aus, in absehbarer Zeit auch das Grundstück des „Alten Fabrikhofs“ sowie das Areal des geplanten „Regatta-Quartiers“ direkt an Strandpromenade vermitteln zu können. Insgesamt wohnen bereits etwa 250 Menschen auf der Freiheit.

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