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Auf der Freiheit : Der „Flieger“ putzt sich raus

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Umbau des ehemaligen Kantinengebäudes auf der Freiheit zum Ärztehaus nimmt Formen an. 80 Prozent der Fläche sind bereits vermietet.

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erstellt am 19.Jul.2017 | 07:05 Uhr

An Baumaterial gespart wurde offenbar nicht, als der „Flieger“ im Jahr 1936 auf dem Kasernengelände auf der Freiheit gebaut wurde. Massive Wände, kaum Feuchtigkeit und ein fast intakter Dachstuhl aus bestem und gut erhaltenem Holz. „Und das alles, obwohl das Gebäude so alt ist und schon seit Jahren leer steht. Das hat uns schon erstaunt“, sagt Hanno Lüttmer.

Der Schleswiger Unternehmer hat das alte Kantinengebäude, das seinen Namen seinem Grundriss verdankt (es sieht von oben aus wie ein Flugzeug), 2015 gemeinsam mit seiner Frau Marie-Luise von Team Vivendi gekauft. Anfang dieses Jahres haben die Lüttmers dann mit den beiden Orthopäden Dr. Gerd Brockmann und Dr. Felix Zöllner die „Flieger auf der Freiheit GbR“ gegründet – und zwar mit der Absicht, das markante Gebäude in ein Ärztehaus zu verwandeln. Dass sie dabei auf einem guten Weg sind, ist inzwischen für jedermann auch von außen sichtbar.

Das Haus wurde bereits komplett entrümpelt, entkernt und das Dach abgedeckt. Auch erste Mauern wurden eingerissen. „Das war schon eine Menge Arbeit. Jetzt soll es mit großen Schritten weitergehen“, sagt Lüttmer, der weiß, dass es sich bei dem Umbau um ein ambitioniertes Projekt handelt. Schließlich sollen hier ab August 2018 gleich mehrere Parteien einziehen. „Als Bauherr ist man ja immer etwas ungeduldig. Aber ich bin guter Dinge, dass wir jetzt richtig vorankommen“, fügt er an. Bis Ende September, so lautet ein Etappenziel, soll „der Bau dicht sein“, das heißt, bis dahin muss das Dach renoviert sein. Dann beginnt der Innenausbau.

Als erstes, so sagt Felix Zöllner, werde wahrscheinlich das Obergeschoss fertiggestellt. Dort zieht das Ärzte-Paar Dr. Barbara Volger-Deimling und Dr. Andreas Deimling mit seiner Lungenpraxis ein, die bislang noch im Ärztehaus am Schwarzen Weg untergebracht ist. Das Gelenkzentrum von Zöllner und Brockmann entsteht im Erdgeschoss und wird, so vermuten die Orthopäden, vier bis sechs Wochen später fertig. „Wir bekommen einen eigenen OP-Saal mit komplizierter Technik und Entlüftung. Das alles einzubauen, dauert etwas länger“, sagt Brockmann, der gleichzeitig betont: „Wir dürfen und werden uns aber auch nicht zu viel Zeit nehmen. Schließlich können wir hier nicht monatelang rumbohren, während nebenan schon der Betrieb läuft.“

80 Prozent der rund 2400 Quadratmeter großen Nutzfläche sind bereits vermietet. Neben der Lungen- und der Orthopädiepraxis wird auch das Motion-Center Holger Otto in den „Flieger“ einziehen. Zudem sind eine Apotheke und ein Café mit Außenterrasse geplant. Betreiber stehen aber noch nicht fest. „Es gibt sehr viele Anfragen. Viele Interessenten können sich aber nicht wirklich vorstellen, wie es hier aussehen wird. Aber das ändert sich jetzt ja“, sagt Hanno Lüttmer. Dass sich der Denkmalschutz aus dem Projekt verabschiedet hat (wir berichteten), begrüßt er noch einmal. „Das macht den Umbau natürlich leichter, beispielsweise können wir jetzt einen gläsernen Aufzug- und Treppenhausturm an das Gebäude anbauen.“ Andererseits betont er aber: „Auch ohne die Auflagen des Denkmalschutzes wollen wir den Charakter des Hauses beibehalten. Ich denke, es wird dabei ein tolles Ergebnis herauskommen.“

Davon sind auch seine Mitstreiter fest überzeugt. Sie haben sich bereits ein innovatives Konzept für ihre Patienten ausgedacht. Die sollen nämlich, ähnlich wie man es aus einigen Restaurants kennt, bei der Anmeldung einen Pieper bekommen, mit dem sie auch im benachbarten Café oder mit ihren Kindern auf dem Spielplatz, der direkt vor dem Haus liegt, warten können. „Ich kann mir vorstellen, dass das ganz gut ankommt“, sagt Felix Zöllner. Bis es aber soweit ist, muss er sich noch ein Jahr gedulden.

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