Paul Auls : Der Domschul-Direktor mit dem Pferdeschwanz

Der neue Domschulleiter Paul Auls (Mitte) freut sich in der Aula über die Glückwünsche von Bürgermeister Arthur Christiansen und Annette de la Motte aus dem Kieler Bildungsministerium.
Der neue Domschulleiter Paul Auls (Mitte) freut sich in der Aula über die Glückwünsche von Bürgermeister Arthur Christiansen und Annette de la Motte aus dem Kieler Bildungsministerium.

Frischer Wind an der altehrwürdigen Schleswiger Domschule: Paul Auls erntet bei seiner offiziellen Amtseinführung viele lobende Worte.

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29. November 2017, 07:14 Uhr

Es war ein historischer Moment gestern Mittag in der altehrwürdigen Domschule. Und das nicht etwa nur, weil tatsächlich beide Kopierer der Schule funktionierten, wie Lars Fengler von der Fachschaft Latein in seiner launigen Rede mit einem Augenzwinkern feststellte. Nein, bei der offiziellen Amtseinführung des neuen Schulleiters wurde vielmehr offenkundig, dass ein frischer Wind durch Schleswig-Holsteins ältestes Gymnasium weht. Mit dem 40-jährigen Paul Auls steht seit Beginn dieses Monats nicht nur ein vergleichsweise junger Pädagoge an der Spitze der 1307 erstmals urkundlich erwähnten Schule. Er verkörpert mit seinem äußeren Erscheinungsbild auch ansonsten einen neuen Typus Direktor. Mit seiner zu einem Pferdeschwanz zusammengebundenen Haarpracht mag der verheiratete Vater einer 14 Monate alten Tochter, der in seiner Freizeit gerne in Wikingerkluft schlüpft, auf den ersten Blick gar nicht so recht passen zum altsprachlichen Gymnasium. Er selbst erinnerte gestern daran, wie er vor zehn Jahren – damals noch unter seinem Geburtsnamen Sengalski – an die Domschule kam: „Meine Eltern wunderten sich, dass ich trotz meiner langen Haare die Stelle bekommen habe.“

Er sei damals aber mit großer Offenheit empfangen worden, sagte der in Nordrhein-Westfalen aufgewachsene Auls, der die Fächer Latein, Altgriechisch und Geschichte unterrichtet. Wie überhaupt die Domschule sich trotz aller Traditionen immer wieder als wandelbar erwiesen habe. Und so werde es auch jetzt unter seiner Führung kein einfaches „Weiter so“ geben, kündigte er an. „Der Ausbau der Digitalisierung mit Augenmaß wird ein schon bald zu realisierendes Thema sein“, so Auls.

Dass es bei der Nachfolge des langjährigen Schulleiters Georg Reußner, der im Sommer in den Ruhestand trat, auf eine hausinterne Lösung hinausgelaufen ist, das scheint im Kollegium durchweg auf Zustimmung gestoßen zu sein – zumindest, wenn man die gestrigen Reden zum Maßstab nimmt. „Paul, wir sind froh, dass Du da bist“, betonte der stellvertretende Schulleiter Karlheinz Einsle. Und die Personalratsvorsitzende Ulrike Heidersdorf meinte an die Adresse von Auls gewandt: „Wir sind sicher, dass Du die Herausforderungen meistern wirst.“ Und auch von Schülersprecherin Lisa-Marie Bläsing kamen lobende Worte für den neuen Direktor: „Als die interne Lösung bekannt wurde, waren viele erleichtert.“

Dass der in Schaalby lebende Paul Auls als Chef eine gute Wahl ist, davon zeigte sich auch Annette de la Motte von der Schulaufsicht im Kieler Bildungsministerium überzeugt. „Die Domschule liegt Ihnen am Herzen und bei Ihnen in guten Händen“, würdigte sie ihn. „Sie werden gemocht und geschätzt – das habe ich herausgehört.“ Zudem bescheinigte de la Motte Auls eine schnelle Auffassungsgabe und die nötige Stressresistenz. Davon habe sie sich überzeugen können, als es in den Sommerferien während der Vakanz an der Schule galt, gemeinsam mit ihm Probleme zu lösen. Da habe Auls zu Hause am Telefon mit einem schreienden Kleinkind auf dem Arm bewiesen, dass er multitaskingfähig ist, berichtete de la Motte. Auch die Ministeriumsvertreterin konnte sich einen Verweis auf sein Äußeres nicht verkneifen. So sei sie auf der jüngsten Schulleiterversammlung auf Auls angesprochen worden. „Oh, wie nett – mit Pferdeschwanz!“, habe eine Teilnehmerin festgestellt. De la Motte wünschte dem neuen Leiter der Domschule, dass er sich seine „Jugend, Freundlichkeit und Frische“ bewahren möge.

Ähnlich äußerte sich auch Bürgermeister Arthur Christiansen, der Auls aufforderte: „Behalten Sie Ihre Frische und Ihre Ziele, die Sie im Auge haben.“

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