Master of Bartending, Wine & Spirits : Der Cocktail-Meister

Er kennt sich aus mit 130 verschiedenen Cocktails: Waldschlösschen-Barkeeper Sebastian Jeschke (26).
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Er kennt sich aus mit 130 verschiedenen Cocktails: Waldschlösschen-Barkeeper Sebastian Jeschke (26).

Sebastian Jeschke ist Barkeeper im Waldschlösschen – und einer der ersten „Master of Bartending, Wine & Spirits“ in Deutschland.

shz.de von
24. Juni 2014, 07:00 Uhr

Sein Lieblingscocktail ist der Mojito – einfach, aber ehrlich. „Da weiß man, was man trinkt“, meint Sebastian Jeschke, seines Zeichens Barkeeper. Der 26-Jährige arbeitet im Hotel Waldschlösschen an der Bar und hat damit ganz offensichtlich seinen Traumberuf gefunden. Denn seit kurzem ist Jeschke auch stolzer Inhaber des „Master of Bartending, Wine & Spirits“. Den Abschluss hat er als einer der ersten von deutschlandweit 39 Absolventen an der Barschule Rostock gemacht. „Diese Zusatzausbildung wird in Deutschland erst seit einem Jahr angeboten – sonst nur in Singapur und New York“, betont Jeschke.

Dank des Zertifikats „State proved Bartender“, das Jeschke zuvor bereits ebenfalls in Rostock erworben hatte, musste er nur drei anstelle von fünf Jahren Arbeitserfahrung an der Bar nachweisen, um zu dem vierwöchigen Seminar zugelassen zu werden. Dieses endete mit einer umfangreichen Abschlussprüfung, bei der er Detailwissen zu 130 Cocktails parat haben musste. Die Kosten für die Qualifikation trug Jeschkes Arbeitgeber.

Dass er einmal Barkeeper werden würde, habe sich schon sehr früh gezeigt, erzählt der junge Mann. „Mein Großvater hatte eine Kneipe auf Sylt, und schon als Kind habe ich mich hinter der Bar am wohlsten gefühlt.“ Auch seinen eigenen Cocktail hat er natürlich bereits erfunden. Für „Die krasse Kresse“, deren Kernbestandteile unter anderem die namensgebende Kresse, Gin und ein Zitronengras-Ingwer-Likör sind, habe er viel Zuspruch erhalten, erzählt er.

Auch sei das eine oder andere Klischee, mit dem der Beruf des Barkeepers behaftet ist, durchaus wahr, wie Jeschke betont. „Einmal erhielt ich von der Enkelin einer Kundin einen Liebesbrief – ihre Grußmutter hatte mich wohl heimlich fotografiert und ihr das Foto gezeigt“, gesteht er lachend. Auch sei es tatsächlich so, dass man viele Gespräche mit seinen Kunden an der Bar führe. „Als Barkeeper ist man Zuhörer und Entertainer zugleich.“ Allerdings brächten die nächtlichen Arbeitszeiten – zumindest hin und wieder – auch Nachteile mit sich. „Normalerweise frühstückt man erst gegen 15 Uhr, schließlich arbeitet man dann, wenn andere bereits schlafen.“ Deshalb seien wohl auch viele Barkeeper wegen der schwierigen Arbeitszeiten allein stehend – Jeschkes Freundin habe sich jedoch mit seinem Beruf arrangiert.

Der junge Mann, der seit 2010 in Schleswig lebt, gibt zwar zu: „Auf Sylt ist man eher auf Nachteulen eingestellt. In Schleswig spielt sich das Leben dann hauptsächlich in den eigenen vier Wänden ab.“ Er betont aber auch: „Ich fühle mich in Schleswig sehr wohl und arbeite gern hier.“ Er habe allerdings auch schon interessante Angebote für die Arbeit auf Kreuzfahrtschiffen bekommen. „Irgendwann würde mich das vielleicht reizen. Mal sehen, was die Zukunft bringt.“

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