Schleswig : Der Bahnhof soll aufblühen

Ungewisse Zukunft: Volker Schlüter im Büro der Bahnhofsmission.
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Ungewisse Zukunft: Volker Schlüter im Büro der Bahnhofsmission.

Der neue Eigentümer des Schleswiger Bahnhofsgebäudes beginnt mit Renovierungsarbeiten.

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11. Juni 2015, 08:40 Uhr

Der Bahnhof ist nicht gerade eine Visitenkarte für die Stadt. Seine letzte kleine Schönheitskur erlebte er, als Bundeskanzler Gerhard Schröder sich auf Schloss Gottorf mit Russlands Präsident Wladimir Putin traf. Das ist elf Jahre her. Die frische Farbe von damals ist längst verwittert.

Aber jetzt tut sich was im Bahnhofsgebäude. Der Freiburger Unternehmensberater, der die denkmalgeschützte Immobilie vor zwei Jahren für 182  000 Euro von der Bahn AG ersteigerte, hat im Südflügel mit Renovierungsarbeiten begonnen. Öffentlich möchte der Mann bislang nicht in Erscheinung treten. In zwei Wochen wird er jedoch persönlich nach Schleswig kommen, um von seinen Plänen zu berichten. Er hat sich für die Bauausschuss-Sitzung am Dienstag, 23. Juni, im Rathaus angekündigt.

In der Vergangenheit hatte der Eigentümer davon gesprochen, die bislang leer stehenden Räume im Bahnhof für kulturelle oder gastronomische Zwecke zu nutzen. Die Arbeiten sollten frühestens zu Beginn des kommenden Jahres abgeschlossen sein.

Bis es so weit ist, steht den Bahnreisenden allerdings wohl erst einmal eine Durststrecke bevor. Kioskbetreiber Reinhard Lemke, einer der letzten verbliebenen Mieter, verlässt morgen den Bahnhof. Als Grund nennt er unter anderem die mäßigen Umsätze. Er möchte nun ein „Souvenir-Café“ im Schlei-Center eröffnen. Was aus den Kiosk-Räumen auf der Nordseite des Bahnhofs wird, ist offen. Vielleicht zieht die Bahnhofsmission ein. Sie ist bislang in Büros am Bahnsteig 1 untergebracht. „Ob wir hier bleiben können, wissen wir nicht“, sagt Volker Schlüter, einer der ehrenamtlichen Helfer, die täglich behinderten Reisenden beim Ein- und Aussteigen unterstützen und für Auskünfte bereitstehen. Möglicherweise wird die Bahnhofsmission auch erst einmal in einen Container ausquartiert.

Das Reisecenter der Deutschen Bahn bleibt indes bestehen, auch wenn das Gebäude dem Konzern nicht mehr gehört. Auch die Toiletten werden weiterhin von der Bahn betrieben. Auf die Kritik am trostlosen Zustand (wir berichteten) hat die Bahn inzwischen reagiert. Die sanitären Anlagen sind wieder geöffnet und halbwegs sauber. Auch die elektronische Anzeigentafel an Bahnsteig 1 ist nach monatelangem Defekt wieder in Betrieb. Bauarbeiten haben auch außerhalb des Bahnhofs begonnen: Am ehemaligen Bahnübergang Karpfenteich, der im vergangenen November geschlossen wurde, entsteht jetzt ein Bordstein, so dass das Ende der Straße an dieser Stelle nicht mehr nach einem Provisorium aussieht.

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