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Schleswiger Nachrichten

21. September 2017 | 09:07 Uhr

Friedrichsberg : Der Bahnhof bleibt ein Sorgenkind

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Sanierungspläne des privaten Eigentümers liegen seit einem Jahr auf Eis. Die Stadt will 300 000 Euro in neuen Parkplatz investieren. Der Bahnhofskiosk ist am Osterwochenende umgezogen.

von
erstellt am 23.Apr.2014 | 17:00 Uhr

Ein Jahr ist es her, dass ein Unternehmensberater aus Freiburg für 182 000 Euro den Schleswiger Bahnhof ersteigert hat. Viel getan hat sich seither nicht in dem einstmals imposanten Bauwerk. Seit dem Osterwochenende ist es in der Wartehalle sogar noch etwas trostloser geworden. Einzig das Reisecenter der Deutschen Bahn sorgt hier noch für Publikumsverkehr. Der Bahnhofskiosk hat seinen angestammten Platz verlassen. Wer sich für die Reise mit Zeitung, Cola, Schokoriegel oder Käsebrötchen eindecken möchte, muss nun außen um das Gebäude herumlaufen. „Es ist nicht so groß wie vorher, aber so schlecht ist der neue Platz nicht“, sagt Kioskbetreiber Reinhard Lemke. Schließlich würden ohnehin viele Reisende direkt die Unterführung nach Gleis 3 ansteuern, ohne die Wartehalle zu durchqueren. Dabei kommen sie jetzt an seinem Kiosk vorbei. Für viele ist erst auf den zweiten Blick zu erkennen, was sich dort hinter der offenen weißen Flügeltür verbirgt. Es gibt kein Schaufenster und auch keine Werbetafel an der Hauswand. Wegen des Denkmalschutzes wird sich daran voraussichtlich auch nichts ändern.

Ganz freiwillig sei er nicht umgezogen, sagt Lemke. „Der Vermieter hat mit unseren alten Räumen wohl irgendwelche Pläne“, sagt er. Zu diesen Plänen möchte sich der Eigentümer auf SN-Nachfrage jedoch noch nicht konkret äußern. Es seien noch einige Fragen mit dem Bauamt und der Denkmalschutzbehörde zu klären. Im vergangenen Juni hatte er angekündigt, als erstes den Eingangsbereich umzugestalten – und zwar, sobald die Renovierungsarbeiten im Bahnhof von Preetz fertig sind, der ihm ebenfalls gehört. Danach wolle er wieder Leben in das seit Jahrzehnten leer stehende Bahnhofsrestaurant bringen. In Preetz ist nach seinen Angaben jetzt ein weiterer Bauabschnitt abgeschlossen.

Die Stadtverwaltung hat nach Angaben von Rathaus-Sprecherin Antje Wendt derzeit keinen Kontakt zum Bahnhofseigentümer, „wird diesen aber im Zusammenhang mit den zukünftigen Planungen aufnehmen“. Die zukünftigen Planungen – dabei geht es vor allem um einen neuen Parkplatz jenseits der Bahngleise. Das Gelände gehört der Bahn AG. Mit ihr befindet sich die Stadt derzeit in Verhandlungen. Im Haushalt sind für dieses und das kommende Jahr rund 300 000 Euro für die Maßnahme eingeplant. Der Parkplatz soll unter anderem als Ersatz dienen für die Stellflächen am Karpfenteich, wenn dort die neue Friedrichsberger Feuerwache entsteht.

 

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