zur Navigation springen
Schleswiger Nachrichten

17. Oktober 2017 | 15:26 Uhr

Influenza : Den Grippeviren ist es noch zu warm

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Erst zwei Influenza-Infektionen wurden bisher im Kreisgebiet registriert. Den Viren ist es einfach noch zu warm. Sie mögen es kalt und trocken. Experten raten dennoch zur Impfung.

von
erstellt am 08.Dez.2015 | 12:10 Uhr

Droht im Kreis Schleswig-Flensburg eine neue Grippewelle? Die Anzahl der Betroffenen war in den vergangenen Jahren sehr unterschiedlich. Gab es im Kreis im vergangenen Winter 96 Erkrankte, so wurden in der heftigen Grippesaison 2009/2010 154 Infektionen gemeldet. Zu diesem Herbst jedenfalls warnten Fachleute bereits vor gefährlichen Impflücken in Deutschland. Zuletzt war nur jeder Zweite der besonders gefährdeten über 60-Jährigen nach Angaben des Robert-Koch-Institutes geimpft. Ungeachtet der Entwicklung bei der echten Grippe, wird geschnupft und geschnieft: Die Erkältungszeit hat begonnen.

Das Kreisgesundheitsamt hat in diesem Herbst erst zwei echte Grippefälle registriert – jeweils einen in der 46. (Anfang November) und einen in der 49. Kalenderwoche (Anfang Dezember). Eine Aussagekraft für den weiteren Winterverlauf hat das nicht. „Die Anzahl der echten Grippeerkrankungen schwankt von Jahr zu Jahr so sehr, dass keine verlässliche Aussage möglich ist“, sagt Ralf Luchtenveld von der DAK-Gesundheit im Kreis Schleswig-Flensburg. Vorausschauend sei aber eine Impfung für unterschiedliche Personengruppen wichtig. Zu den Risikogruppen zählen Personen über 60 Jahre, Schwangere, sowie Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung, zum Beispiel durch eine chronische Atemwegserkrankung.

Wenn derzeit trotz der Ruhe an der Grippe-Front die Arztpraxen zum Teil bereits voll sind, dann liegt es daran, dass es sich nicht bei jede Atemwegserkrankung um eine Grippe, sondern in den meisten Fällen um eine mehr oder weniger starke Erkältung handelt, die Arbeitnehmer ins Bett zwingt – ausgelöst durch eine von rund 200 Virusarten, die einen grippalen Infekt hervorrufen können.

Grippeviren indes mögen es winterlich kalt und trocken. Sie werden zwar unter zehn Grad Celsius aktiv, so richtig wohl fühlen sie sich aber erst bei Außentemperaturen von unter vier Grad. Eine Temperatur, die bislang eher Seltenheitswert hatte und zu der geringen Zahl an Influenza-Erkrankungen führt.

Die Daten des Berliner Robert-Koch-Instituts bestätigen, dass die Lage ruhig ist. Auf dem wöchentlich aktualisierten „Infektionsradar“ (www.influenza.rki.de) ist nahezu die gesamte Bundesrepublik in ein leuchtendes Blau getaucht. „Blau“ steht für eine normale Aktivität akuter Atemwegserkrankungen. Allerdings weist das „Infektionsradar“ an der Ostseeküste über Schwansen und Angeln bis nach Flensburg bereits eine leichte Erhöhung der Infektionsrate aus. Für die grippalen Infekte liefert das derzeitige feuchte Wetter ideale Voraussetzungen. Diese Infekte, die oft mit leichtem Fieber einhergehen, sind in wenigen Tagen bewältigt. Die echte Grippe hingegen verursacht meist Fieberwerte von über 40 Grad, Schüttelkrämpfe und Kopfschmerzen. Die Genesung kann bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen