Daniel Günther in Schleswig : Den Globus virtuell erleben

Der Prototyp der Brille sitzt schon einmal: Ministerpräsident Daniel Günther (l.) mit dem Kaufmännischen Geschäftsführer der Landesmuseen, Guido Wendt, und Museumsdirektorin Kirsten Baumann vor dem Gottorfer Globus.
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Der Prototyp der Brille sitzt schon einmal: Ministerpräsident Daniel Günther (l.) mit dem Kaufmännischen Geschäftsführer der Landesmuseen, Guido Wendt, und Museumsdirektorin Kirsten Baumann vor dem Gottorfer Globus.

Die Landesmuseen setzen im Barockgarten künftig auf sogenannte Virtual-Reality-Brillen. Der Ministerpräsident kam jetzt zur Vorstellung.

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17. August 2018, 07:00 Uhr

Der „Chef“ gab sich gestern die Ehre. Denn als Vorsitzender des Stiftungsrates der Landesmuseen ist Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) nicht nur formal der Vorgesetzte des Vorstandes um Direktor Claus von Carnap-Bornheim und dem Kaufmännischen Geschäftsführer Guido Wendt. Letzterer empfing Günther gestern im Rahmen seiner Sommertour gleich doppelt: Zunächst im Wikingermuseum Haithabu und später im Globushaus im Barockgarten von Schloss Gottorf.

Dort nämlich wird im kommenden Jahr mit der Einführung von sogenannten Virtual-Reality-Brillen eine neue Ära eingeläutet. Denn mit Hilfe dieser kleinen technischen Wunderwerke können Besucher künftig dem Konstrukteur des Globus, Adam Olearius, in Form von 360-Grad-Videos persönlich begegnen und in dessen Welt im 17. Jahrhundert eintauchen. Finanziell unterstützt wird das Projekt unter anderem mit Mitteln des Landes (100 000 Euro) aus einem Förderprogramm zur Digitalisierung.

„Das wird uns ganz neue Wege in der Vermittlungsarbeit ermöglichen“, blickte Guido Wendt der Einführung der Brillen entgegen. Im Laufe des kommenden Jahres solle es soweit sein. Bis dahin haben die Mitarbeiter der Berliner Firma Triad um Nicolas Köster, der das Projekt gestern vorstellte, noch viel zu tun. Anfang September werden sie zunächst die Drehbücher schreiben für die Filme, die dann über die Brillen zu sehen sein werden. Köster, der für die Inszenierung zuständig ist, deutete dabei an, dass es verschiedene Möglichkeiten gebe, den Globus, seine Geschichte und Konstruktion virtuell zu erleben. Günther, der sich auch eine Fahrt mit dem Gottorfer Globus nicht entgehen ließ, zeigte sich durchaus beeindruckt. Objekte und Geschichte auf diese Art und Weise lebendig werden zu lassen, halte er für hoch spannend. „Außerdem freue ich mich, dass wir hier – mit Blick auf die Digitalisierung – eine Vorreiterrolle einnehmen können.“

Diese erhofft er sich künftig auch vom Danewerk und von Haithabu, das er vor dem Globushaus besucht hatte. „Der Welterbetitel ist eine richtig tolle Sache für Schleswig-Holstein und insbesondre für die Region rund um Schleswig“, meinte Günther. Nun gelte es, diese Auszeichnung auch entsprechend zu vermarkten. Dabei lobte er, dass die Partner vor Ort – die Ostseefjord Schlei GmbH, die Landesmuseen, das Archäologischen Landesamt und der Sydslesvigs Forening (SSF) als Träger des Danewerk-Museums – bereits an Strategien arbeiten.

„Aber auch wir als Land wollen mithelfen“, sagte der Ministerpräsident und verwies auf die Kulturabteilung der Landesregierung, die bereits signalisiert habe, in die Vermarktung einzusteigen. Auch wolle er sich gerne dafür einbringen, dass das Unesco-Welterbe künftig ein eigenes Hinweisschild an der A7 bekommt.

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