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Immer noch kein Strom : Dem FKKZ laufen die Mieter davon

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Im Freien Kultur- und Kommunikationszentrum (FKKZ) auf der Schleswiger Freiheit wird die Lage immer dramatischer.

Inzwischen sind es schon drei Wochen, in denen das Freie Kultur- und Kommunikationszentrum (FKKZ) auf der Freiheit ohne Strom auskommen muss. Die Lage wird immer dramatischer. „Wir verlieren stetig Mieter“, sagt FKKZ-Geschäftsführer Jan-Friedrich Dünne (Foto). Musiker verlassen ihre Probenräume in einem der ehemaligen Kasernenblocks, weil sie sie ohne Stromversorgung nicht mehr nutzen können. Ohne Elektrizität springt auch die Heizung nicht mehr an. Dabei hatten Dünne und Jöhnk schon vor Jahren einen eigenen Flüssiggas-Tank angeschafft, um wenigstens bei der Gasversorgung unabhängig zu sein vom Gebäude-Eigentümer Team Vivendi.

Anders als bei Mietwohnungen üblich, rechnet das Kulturzentrum auch seinen Stromverbrauch nicht direkt mit den Stadtwerken oder einem anderen Versorger ab, sondern mit dem Eigentümer der Gebäude, der Entwicklungsgesellschaft Team Vivendi. Wie berichtet, hatte das FKKZ vor einem halben Jahr die Nebenkosten-Zahlungen eingestellt und eine Abrechnung für die beiden vergangenen Jahre verlangt – nach eigener Auskunft vergeblich.

Seit Team-Vivendi-Geschäftsführer Volker Schlüschen daraufhin den Strom abgestellt hat, versucht der FKKZ-Vorstand, den Streit gerichtlich klären zu lassen. „Das Gericht lässt sich Zeit“, klagt Dünne. Den Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung hatte das Schleswiger Amtsgericht abgelehnt. Es sah keine Eilbedürftigkeit – unter anderem deshalb, weil in den betroffenen Gebäuden niemand wohnt – und weil das FKKZ nach Ansicht der Richterin mit einer Wiederaufnahme der Nebenkosten-Zahlungen das Problem vorläufig lösen könne. Das jedoch kommt für Dünne und seinen Vereinsvorsitzenden Arne Olaf Jöhnk nicht in Frage. Erstens sei das FKKZ gar nicht in der Lage, die Forderungen von Team Vivendi zu erfüllen, die inzwischen deutlich höher lägen als vertraglich fixiert. Außerdem fürchten sie, das Geld selbst dann nicht wiederzusehen, wenn das FKKZ am Ende vor Gericht siegen sollte. Damit droht einzutreten, was Jöhnk und Dünne von Anfang an befürchtet hatten: Das in den vergangenen neun Jahren etablierte Kulturzentrum blutet langsam aus, und ohne genügend zahlende Nutzer wird es immer schwieriger, eine neue Bleibe für das FKKZ zu finden, wenn im Spätsommer der Mietvertrag mit Team Vivendi ausläuft.

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erstellt am 17.Feb.2016 | 16:08 Uhr

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