Defizit der Gartenschau-GmbH fällt geringer aus als kalkuliert

Die Themengärten galten als Hauptattraktion der Landesgartenschau in Schleswig. 704  000 Besucher bestaunten die Blütenpracht. Foto:  Matzen
Die Themengärten galten als Hauptattraktion der Landesgartenschau in Schleswig. 704 000 Besucher bestaunten die Blütenpracht. Foto: Matzen

Nach mehr als vierjähriger Geschäftstätigkeit wird die Landesgartenschau-Gesellschaft zum Ende dieses Monats aufgelöst. Die gemeinnützige GmbH schließt ab mit einem Defizit von 262 000 Euro - dies sind 38 000 Euro weniger als die Ratsversammlung der Gartenschau im Wirtschaftsplan zugebilligt hatte.

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18. Juni 2009, 10:10 Uhr

Schleswig | - Die magische Grenze lag bei einem Minus von 300 000 Euro. Keinen Cent mehr durfte die Gartenschau-Gesellschaft in die roten Zahlen rutschen - das war die entscheidende Vorgabe des im Jahr 2006 vom Rat beschlossenen Wirtschaftsplanes. Tatsächlich liegt das Minus bei 262 000 Euro. Geschäftsführer Wolfgang Schoofs und Aufsichtsratsvorsitzende Annelen Weiss werten das als Erfolg. "Was uns zur Verfügung stand, ist nicht ausgeschöpft worden", sagte Weiss jetzt auf einem Pressegespräch. Vorgestellt wurde die Schlussbilanz des großen Gartenspektakels.

Nach den Worten von Schoofs hat die Landesgartenschau insgesamt 16,1 Millionen Euro gekostet. Von dieser Summe verantwortet die Gartenschau-Gesellschaft Ausgaben in Höhe von 7,8 Millionen Euro. Dieses Geld wurde für die Vorbereitung der fünfeinhalbmonatigen Attraktion sowie für den Veranstaltungsbetrieb inklusive aller Personalkosten ausgegeben. Die Stadt hingegen zeichnete verantwortlich für den Bau der Gartenschau, der 8,3 Millionen Euro gekostet hat. Nach Abzug aller Zuschüsse von Land und Europäischer Union ergibt sich für die Stadt Schleswig eine Kostenbelastung von vier Millionen Euro. Dies sind 700 000 Euro weniger als in der ersten Gartenschau-Planung angegeben, aber 1,2 Millionen Euro mehr als in den 2007 geschätzten Zahlen. Schoofs sagte, dass die Stadt ihr Budget deutlich überschritten habe - ganz im Gegensatz zur Gartenschau-Gesellschaft. Die Kosten für den Schleswiger Etat wurden verteilt auf vier Haushaltsjahre.

Ende dieses Monats wird die gemeinnützige Gartenschau GmbH aufgelöst. Damit endet eine fast viereinhalbjährige Geschäftstätigkeit, die Schleswig eine Attraktion ersten Ranges beschert hat. 704 000 Menschen besuchten zwischen dem 25. April und dem 5. Oktober 2008 das 16 Hektar große Gelände zwischen Königstraße und Schlei - das waren 100 000 Gäste mehr als erwartet. Schoofs: "Die Gartenschau war für uns alle ein großes Risiko. Keiner hat gewusst, ob es wirklich klappen wird." Zu den kaufmännischen Erfolgen der Gartenschau zählte er unter anderem das erfolgreiche Sponsoring. Insgesamt wurden Geld- und Sachleistungen im Wert von 1,6 Millionen Euro eingeworben - fast doppelt so viel wie geplant. Der Geschäftsführer führte das auch auf ein wirtschaftlich florierendes Umfeld zurück. "Würden wir die Gartenschau in diesem Jahr ausrichten, hätten wir bei der Höhe der Sponsorengelder Schwierigkeiten bekommen."

Seit Ende der Gartenschau konzentriert sich Schoofs wieder zur Gänze auf seine Aufgaben als Geschäftsführer der Stadtwerke. Dennoch ist er dem Thema Gartenschau weiterhin verbunden. Er wünscht sich, dass die Freilichtbühne auf den Königswiesen genutzt wird. Und eine kleine Reise in diesem Sommer ist bereits fest eingeplant: Sie wird ihn zur Bundesgartenschau nach Schwerin führen.

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